Cinderella 87 und die Natur der Liebe: Gedanken zum Valentinstag – House of Grace
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Cinderella 87 und die Natur der Liebe: Gedanken zum Valentinstag

Mit elf dachte ich, Liebe sei so wie in der Serie „Cinderella 87“. Wie im Märchen eben. Das Aschenputtel findet seinen Prinz und reitet mit ihm in eine rosige Zukunft. Oder fährt auf einer Vespa in die selbige. Ich schwärmte damals für Pierre Cosso, trällerte „Dreams are my reality“ vor mich hin und das Poster von Pierre hing direkt neben dem Bravo-Poster von Michael Jackson. Beide küsste ich jeden Abend vorm Schlafengehen, nahm anschließend meine riesige Brille ab und legte mich in ein Meer von Kuscheltieren, in der Hoffnung, dass mich ein Prinz auch irgendwann einmal wirklich sehr lieben würde.

 

30 Jahre später weiß ich, dass es ein bisschen komplizierter ist. Ich habe in den vergangenen Wochen viel nachgedacht, über die Liebe. Und ob man wirklich liebt, wenn das Drama ausbleibt. Denn ich, meine Damen und Herren, ich habe das Drama geliebt. Ich habe nächtelang bittere Tränen geweint, um vermeintliche Lieben. Manchmal sogar, wenn es überhaupt gar keine Basis dafür gab. Ich habe oft genug zu schnell ja gesagt, um in die schnelle Illusion von Liebe zu verfallen und dabei die wirkliche Liebe sowie meine Selbstliebe und Würde zu verraten. Ich habe den Rausch des Anfangs geliebt, das Verrückt sein nacheinander, das nicht Schlafen können, die Aufgeregtheit , bevor man sich sieht, das nächtelang wach bleiben, und nein: nicht, weil man Binge-Watching auf Netflix macht.

 

Ist Beständigkeit boring?

Ich habe oft geschrieben, dass ich mich innerlich sehr gewandelt habe. Ich habe ein starkes Fundament, bin im besten Sinne „unbreakable“ geworden: Ich weiß, dass mein Innerstes nicht zerbrechen wird, auch wenn ich mit Sicherheit immer mal wieder sehr traurig in meinem Leben sein werde. Gleichzeitig liebe ich anders.

Die Eifersucht ist weg, das Drama, die Amplitüde, die Extremen nach oben wie unten. Das bedeutet nicht, dass wir keine wunderschönen Highlights haben. Der Sommer 2017, in dem mein Freund mich zurückeroberte, war schlicht magisch, voller Liebe und Schmetterlinge im Bauch. In meiner Partnerschaft jetzt fühle ich mich umgeben, umwoben, umsorgt, die Handlungen meines Freundes lassen mich geliebt und geborgen fühlen, wie in einem weichen Kokon. Aber wenn das morgen aufhören würde, wäre ich zwar sehr traurig, aber es wäre eben auch kein Weltuntergang. Manchmal denke ich, diese Aufregung von früher müsste doch da sein. Oder ob ich einfach gar nicht mehr anders lieben kann, als so: warm, weich, beständig. Weil ich mit mir alleine einfach so glücklich bin und die Bedürftigkeit schlichtweg nicht mehr da. Oder ob es etwas Schlimmes ist, wenn die Achterbahnfahrt der Gefühle ausbleibt, die Liebesschwüre, die Verrücktheiten und die Trunkenheit der Hormone. Ich habe mich gefragt, ob Beständigkeit boring ist. Meine schöne, kluge Freundin Angela merkte dazu an: „Ist es nicht seltsam, dass wir genau diese Beständigkeit in unseren Freundschaften und Familien schätzen, nur bei romantischen Beziehungen in Frage stellen?“ Recht hat sie.

 

 

Ich habe Dich erkannt! Auch mit neuer Perücke!

Denn genau da habe ich es dann wieder ertappt. Mein kleines Muster, getarnt mit einer anderen Perücke. Dass perfiderweise mir von hinten auf die Schulter tippte und mir leise in das Ohr einflüstern wollte, wie Beziehungen denn zu sein haben. Das diktiert, wie stark der Prinz sein muss und wann der Schimmel cool oder uncool ist. Das mir sagt, dass ich eigentlich weggestoßen werden sollte, denn so funktionieren Beziehungen nun einmal. Mit entsprechendem Drama danach. Das Make-up für das Muster spendiert die Gesellschaft dazu, dass uns in Filmen und Büchern verklickert, wie die Liebe denn so zu sein hat. Als ob es nur eine Sprache der Liebe gibt und nicht unzählige Arten zu lieben.

 

Sei die Vision, die dein höheres Selbst kreiert

Glücklicherweise liebe ich mich selbst genug, um diese Fragen zwar zu durchdenken, aber nicht zu glauben. Mein höheres Selbst hat vergangenes Jahr eine Vision von mir kreiert, wer ich sein möchte, mit wem und wie. Ich glaube so fest daran, in sämtlichen Bereichen, dass es sich tatsächlich manifestiert. Zum Beispiel in einer Beziehung mit einem Mann, der für mich da ist, mich unterstützt, mit dem ich ernsthaft Quantenteleportation diskutieren kann, in dessen starke Arme ich versinken kann. Der meinen Horizont mit seinem großen Wissen erweitert, und mit dem ich faul einen Sonntag herumliegen kann, aber genauso gut Abenteuer erleben darf. Mit dem ich sowohl Netflix Serienmarathon-Abende veranstalte, als auch Sachen, die ich hier nicht öffentlich schreiben kann.

 

Die Wahrheit.

Wir haben oft so unfassbar hohe Erwartungen an Beziehungen und unseren Partner, dass es sich kaum erfüllen kann. Gerade wir Frauen, wollen zudem so genommen werden wie wir sind, mit all unseren liebenswerten Unperfektheiten und Marotten. Dass der Prinz aber auch verletzlich sein darf, ist nicht in unserem Plan vorgesehen. Insbesondere wir Frauen zerbrechen uns so häufig den Kopf um die Liebe und wie sie zu sein hat, dass wir in Gefahr laufen sie zu verpassen oder ihr keine Chance zum Wachstum zu geben.

 

„Löse dich von dem was du glaubst, wie Liebe sein muss. Lass sie einfach entstehen, in der Sprache, die sie eben spricht. Gönne dir die Freiheit, im Moment zu sein und Glück zu erleben. Und: Lass den Prinzen absteigen.“

 

Ich habe nachgedacht und glaube – mit Verlaub – es ist kackenegal, ob die Amplitüde ausschwingt oder nicht. Ich glaube Liebe und eine Partnerschaft, in der wir wachsen können, ist geprägt von Ehrlichkeit und dem Mut sich verletzlich zu zeigen. In unserer dopamingetränkten Welt, in der das nächste Glücksgefühl nur ein paar hundert likes entfernt ist, verlieren wir die Wertschätzung für das weiche, warme, beständige. So wie wir Fotos mit Filtern versehen und verbessern, sind wir im ständigen Optimierungswahn anstatt das Jetzt zu genießen. Dabei ist es die Entscheidung, im Jetzt mit ganzem Herzen präsent zu sein, die uns Freiheit und Glückseligkeit schenkt.

 

Deshalb seid roh. Verletzlich. Zeigt euch schonungslos und habt keine Angst vor dem Fallen. Genießt den Moment, das Jetzt, das Wachsen mit einem Menschen an eurer Seite oder ohne, denn der Moment ist das was wir haben. Erfüllt jede Sekunde des Seins mit Liebe, Hingabe und Verletzlichkeit – und Konstrukte werden bedeutungslos. Ich glaube, das ist das Einzige, was uns wahrhaft glücklich macht und uns tief verbindet: ein Sein in Liebe, mit uns, mit anderen, mit dem, was sehr viel größer ist als wir.

 

3 Comments
  • Jasmina

    14. Februar 2018 at 22:02 Antworten

    Hey soulsister😘.
    Pierre Cosso „oh my god“ fand ich den toll!
    Ich bin auch bei diesem Artikel so sehr bei dir. Bis zum Schluss.

  • Silke Singer

    19. Februar 2018 at 14:57 Antworten

    Ich habe eben den Artikel meiner 15jährigen Tochter vorgelesen und sie sagte…“Die hat’s drauf Mama. Also, Schreiben kann die echt gut.“ . Dem stimme ich zu und füge noch hinzu: „und sie ist ein ganz liebevoller Mensch und eine tolle Yoga-Lehrerin“. LG Silke

  • Daniel Surfinski

    8. März 2018 at 12:55 Antworten

    Pierre Cosso segelt heute als Kapitän, seine Familie an Bord, über die Weltmeere und lebt seinen Traum, wie du auch liebe Sandra. Und das sind ganz starke Worte die der Valentinstag da von dir geschenkt bekommen hat.
    Und der Traum von einem Yoga_Surf_ SEIN_Retreat auf Bali könnte ja auch in Erfüllung gehen : ) frei nach Rudi Carrell, dem etwas bleicherem Michael Jackson: „Werden Träume Wirklichkeit, werden Wunder wahr…“
    Sonnige Grüße, Dan

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