Yoga & Mindfulness Archive – House of Grace
101
archive,category,category-yoga-mindfulness,category-101,cookies-not-set,ajax_fade,page_not_loaded,,select-child-theme-ver-1.0.0,select-theme-ver-1.0,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.7,vc_responsive

Femine Awakening und Yoni Sakti – über Schwangerschaft, Hormonyoga, Traumata und Freude

Vor etwas über ein Jahr bin ich etwas losgeworden, was mich zuvor 27 Jahre lang begleitet hat: Die Pille. Vorrausgegangen war ein wochenlanger Widerwillen, der erst ganz leise begann und dann jeden Tag kontinuierlich wuchs. Bis ich es nicht mehr ignorieren konnte: mein Körper wand sich und mir war körperlich schlecht, wenn ich die kleine, runde Tablette einwerfen sollte. Ich entschied mich damals, auch mit eurer Unterstützung, gegen die Hormone. Ich war es leid meinen Körper etwas vorzugaukeln und mit der Entdeckung meines Fundamentes, mit meiner wachsenden Integrität und Selbstliebe im besten Sinne, hörte ich von einem Tag auf den anderen auf.

Ich konnte nicht einmal den Blister zu Ende nehmen. Natürlich hatte ich Ängste: Ich wollte nicht schwanger werden, hatte – ganz eitel – Angst vor Haarausfall, Pickel. All das ist übrigens passiert. Aber die größte Angst war, meinen Zyklus erst nicht zu bekommen. Deshalb nahm ich Privatunterricht im Hormonyoga bei Claudia Turske. Ich habe schon vor dem Pilleabsetzen begonnen und war begeistert von der feinen Praxis, mich immer etwas high machte. Mein Zyklus stellte sich sofort nach 27 Tagen ein und immer wenn ich eine regelmäßige HoYo-Praxis habe, ist er punktgenau. Ich bin aber auch faul oder eher: Wenn ich nicht leide und HoYo etwas ist, dass ich zusätzlich zu meinem vollen Terminkalender unterbekommen muss, dann lasse ich es schleifen.  Und deshalb kamen Pickel und Haarausfall dazu. Sobald ich jedoch wieder eine Zeitlang regelmäßig praktizierte: Hello, rosige Haut, und goodbye Haarausfall.

 

Meet my monster

Da ich nicht schwanger werden wollte und ich gerade erst zum zweiten Male frisch mit meinem Freund zusammen war, entschloss ich mich die Pille abzusetzen und mir eine Kupferkette einsetzen zu lassen. Was dann passierte – damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin völlig auf dem Stuhl zusammengebrochen, als dieses Stahlteil meine Vagina aufspreizte und die Gynäkologin mit der Pipette die Schleimhäute desinfizierte. Ich hatte einen solchen Panikanfall wie noch nie im Leben, fühlte mich ausgeliefert, voller Schmerz und bin einfach völlig zusammengeklappt. Mir wurde hier klar, dass ich immer noch ein Trauma in meiner wunderschönen Ladylandscape trage, in meinen Uterus, in meiner Vagina. Woher das rührt, möchte ich nicht ausführen, aber ich denke, jeder kann es sich vorstellen. Wer dazu mit mir in Kontakt treten möchte, schreibt mir einfach eine PN.

 

New Beginnings

Für mich war klar, dass ich mich hier niemals wieder verletzen lassen würde. Hormonyoga schaffte eine Verbindung zu meinem Weiblichsten in mir, zu meiner Muschi, den Eierstöcken, der Vagina, den Uterus, all die wunderschönen Parts in und an mir. Die energetische Arbeit mit dem Becken und Womb Yoga, Yoni Mudras, Yoni Sakti hilft und half mir zu heilen. Hormonyoga faszinierte mich so sehr, dass ich am Anfang dieses Jahres sogar eine Ausbildung machte. Und was soll ich sagen: Direkt danach wurde ich schwanger. Tatsächlich haben wir nur ein einziges Mal nicht aufgepasst und sofort bildete sich neues, gemeinsam erschaffenes Leben in mir. Das neue Leben wollte jedoch ein Sternchen sein und verließ uns nur acht Wochen später. Ich denke immer noch in großer Dankbarkeit und Liebe an diese kurze Zeit der Schwangerschaft zurück. Ich habe es geliebt schwanger zu sein, morgens für mein Krümelchen zu singen, den Hosenknopf aufzulassen, weil ich irgendwie sofort so richtig schwanger war, mit pralleren Brüsten und Bauch. Hormonyoga half mir in der Zeit danach, die aus dem Ruder gelaufenen Hormone wieder zu harmonisieren. Aber natürlich: kurz danach ließ ich es wieder schleifen und Haarausfall Pickel, ständige Gewichtszunahme und co. statteten mir einen Besuch ab.

 

Im jetzt

Und jetzt? Ich baue HoYo regelmäßig in meine Praxis ein. Ich bin wahnsinnig mit meinem Zyklus verbunden. Wie ich jemals dachte, nicht bemerken zu können, wann meine fruchtbaren Tage sind, bringt mich heute zum Lachen. Ich habe einen so klassischen Zyklus! Bis zum Eisprung blühe ich auf, ich habe wahnsinnig Lust auf Sex, am Eisprung kulminiert dies: ich leuchte und ich könnte – ich sage es mal so direkt – den ganzen Tag vögeln. Kurz danach bin sexuell sehr viel weniger aktiv, deutlich inwärts gerichtet, besonnener, klarer.

Mich fasziniert der weibliche Zyklus und welche Kräfte er mit sich bringt. Ich schätze die feine Art des Hormonyogas, das mich bei PMS auch sofort gutgelaunt werden lässt, ich liebe die verbindende, energetische Arbeit mit meinem Becken.

Um es Zusammenzufassen: ich habe mittlerweile eine Liebesbeziehung mit meiner Muschi. Ich habe ihr sogar einen Liebesriefe geschrieben, sie gezeichnet, vor und nach dem Orgasmus, ich bin, sorry, das kann ich mir nicht verkneifen, tief eingetaucht. Dabei habe ich die Kreativität, die weibliche Kraft und das unendliche Potenzial von Liebe entdeckt, dass in uns allen schlummert.

 

Aus all diesen Erlebnissen ist ein neues Baby geschaffen worden: mein Hormonyoga-Workshop „Feminine Awakening“. In diesem teile ich meine Geschichte, praktiziere mit euch Hormonyoga und energetische Übung in einem geschützten Raum. Jede Teilnehmerin ist danach in der Lage vollkommen frei und selbstständig zu praktizieren. Wir werden dabei nicht nackt sein oder ähnliches, auch wenn ich für alle Interessierte Übungen für zuhause mitgebe, die auch in Richtung sexuelle Erforschung gehen. Also meine schönen Göttinnen: Seid ihr bereit in eurer Weiblichkeit zu erwachen?

Der Workshop Feminine Awakening findet in Berlin im Januar 2019 statt: https://www.lillawuttich.de/anatomie/workshops/#feminine-awakening

 

Sweetest Joy of Fading – Meditationen rund um das Verklingen

in Kooperation mit https://soulzen.de (Werbung)

„Faded“ – wenn ich das englische Wort für verklingen höre, denke ich mittlerweile nicht mehr als erstes an Kendrick Lamars Song „Swimming Pool „(„Pour up, drank, head shot, drank Sit down, drank, stand up, drank Pass out, drank, wake up, drank Faded, drank, faded, drank.“), sondern als waschechter Tantraphilosophie-Nerd an den Quelltext „Svabodhodaya-mañjarī – Blossoming of Awareness“. In den Sutren des Textes geht es häufig darum, den Nachhall, das Verklingen zu erforschen: Eines Donnerhalls, eines Geschmacks, etc. Den Fokus darauf zu legen, wie sich etwas auflöst, bringt eine unglaubliche Ruhe und kann ganz wunderbar immer wieder in den Alltag eingebaut werden. Selbst bei meinen langen Waldspaziergängen meditiere ich mittlerweile: ich versuche ganz bewusst wahrzunehmen, was ich sehe, den ersten Moment, bevor ich kategorisiere und beobachte dann, wie Dinge, Geräusche langsam wieder aus meinem Bewusstsein verschwinden. Das liebe ich so sehr an Tantra: Die Praxis findet nicht abgeschirmt statt, sondern kann mitten im Leben an gewandt werden.

Zuhause liebe ich derzeit eine Form der Klangmeditation und benutze dazu am liebsten meine Klangschale, die mir netterweise vom Online-Shop https://soulzen.dezur Verfügung gestellt wurde (Werbung, da Produktsample). Ich mag den Shop sehr: clean, schlicht, schick und wirklich schöne Dinge rund um den spirituellen Lifestyle, Yoga und Meditation finden sich dort. Spirituell, aber ohne Esogedöns.

Die Klangschale  mit Schlägel wurde mir für die Meditation zugesandt und ich muss sagen: Das Meditieren auf den Klang mit einer wirklich dafür gemachten Klangschale übertraf meine Erwartungen. Dieses superfeine Nachhallen und Nachklingen, diese unendlich lange Vibration, die kaum hörbar nachschwingt,.. hier zu beoachten, wo im Körper der Klang bei mir resoniert und zu beobachten wie er nachhallt, wie er ausklingt, wie er sich auflöst – das bringt mich sofort zur Ruhe und zu einer ganz direkten Wahrnehmung des jetzigen Momentes. Ich habe daher mit meinem lieben Freund und Fotografen Sebastian Schmidt () ein kleines, feines, kurzes Meditationsvideo gemacht, um dieses schöne Erlebnis mit euch zu teilen. Ich bin schon so gespannt auf euer Feedback!

Love, eure Sandra P.S.: Wer danach Lust hat, selbst mit Klangschale zu meditieren oder einfach nur so einmal bei https://soulzen.de zu stöbern, bekommt mit dem Code SoulZenxSandra  15 Prozent Rabatt.

 

 

Über Elvis Presley, dolle Sprünge und den Muskel des Glaubens: Wie du besser mit Kritik umgehen kannst

Ich gucke gerade raus in meinen Garten. Es ist 21 Uhr 47. Die Rehe grasen am Zaun und das Licht ist so unwirklich orangefarben, wie es nur im Sommer auf dem Land nach einem Regen und im Sonnenuntergang ausschauen kann. Gerade eben habe ich noch einen Netflix-Film geschaut, in dem die Außenseiterin plötzlich in die coole Clique aufgenommen wurde, aber sich dabei selbst verlor. Natürlich wurde sie am Ende wieder zu dem netten Mädchen in einer 2.0-Version und mit dem heißesten Typen der High School an ihrer Seite. Als ich kleiner war, habe ich mir so eine Transformation auch so sehr gewünscht. Ich weiß noch, wie ich mich zu einem Elvis Presley Film hübsch machte. Mir die Haare ganz sorgfältig kämmte, die Brille ganz ordentlich putzte, Labello auftrug und mir vorstellte – Elvis und ich, wir würden beste Freunde und das Leben hätte irgendwie mehr Halt, mehr Freude. Die hatte ich nämlich nicht, die Freunde  (den Halt auch nicht) und ich wollte so gern irgendwo richtig dazugehören.

 

„Guck mal wie toll ich springen kann“

Tja, und das dazugehören wollen, das zog sich dann irgendwie durch mein Leben. Bis ich mir selbst ein Fundament gebaut habe und dachte, ich bin komplett frei und unabhängig vom Lob und der Bestätigung und zwar in allen Bereichen. Ich hatte zum Beispiel Anfang des Jahres einen total schönen Termin mit Luisa Hartmann, die mir sagte „deine Aufgabe ist es, dich in die eigene Größe zu trauen und dich zu zeigen.“ Ich lächelte milde und weise sagte: „Ja, das mache ich schon, das habe ich gut geschafft.“ Denkste! Das galt für Beziehungen, aussehen, aber nicht für meinen Herznesweg: Yoga zu teilen und zu schreiben. In den letzten Wochen bin ich mehrfach mit der Nase darauf gestoßen worden, mich unabhängig zu machen und an mich und meinen Herzensweg zu glauben  – nämlich auch dann, wenn andere es nicht tun. Ich durfte feststellen, dass mir immer noch bei manchen Personen ihre Meinung überaus wichtig war und ich eher etwas von „Guck mal wie toll ich springen kann, Mama!“ habe, als eine souveräne, gestandene 41-Jährige zu sein, die – nebenbei bemerkt –  eine ziemlich erfolgreiche innere Dämonenbesiegerin ist. Ich suchte klammheimlich immer noch nach Erlaubnis oder das Lob von Respektspersonen und wenn das ausblieb oder sigar Gegenwind kam, war ich enttäuscht.

 

Lüften wir die Schleier: Was liegt hinter dem Wunsch nach Lob?

Aber warum habe ich das gemacht? Mittels einer sehr schönen Technik, zu der es bald ein YouTube Video gibt, bin ich auf den Grund des Gefühls gegangen. Ich habe erkannt, dass es die stark verwurzelte Urkraft der Stammeszugehörigkeit ist, die mich so angetrieben hat. Ich wollte von Respektspersonen und Lehrern geschätzt werden und sie sollen es toll finden, was ich mache, das ist der innere Wunsch dahinter. Und hinter diesem Wunsch? Lüften wir noch einmal einen weiteren Schleier und erkennen: Ich konnte auf meinen Herzensweg, dem Yoga und dem Schreiben, immer noch nicht immer zu 100 Prozent an mich glauben, sonst hätte ich kein außen gebraucht. Wohlgemerkt: Konnte, Vergangenheit. Du, ich – wir brauchen keine Erlaubnis, um unseren Weg zu gehen, unser Dharma zu leben, genau das in die Welt zu tragen, was unser unstillbares Verlangen ist. Denn das ist es, was das Leben durch uns in die Welt tragen möchte.

 

Kritik ist wie ein Squat für den Muskel des Glaubens an dich

Also änderte ich meine Wahrnehmung auf Kritik oder fehlendes Lob. Jede Kritik kann uns stärken. Sie kann uns stärken, dass wir annehmen können, wenn sie berechtigt ist oder auch nur ein Funke Wahrheit drin steckt, und sie hilft uns authentischer leben zu können. Es ist daher wirklich wichtig, immer ehrlich zu sein und genau darüber nachzudenken, was du davon annehmen kannst – und was nicht passt.

Denn das Wichtigste ist: bleibe bei dir. Wenn es etwas ist, was dir sehr am Herzen liegt, lass es dir nicht kaputt machen. Du brauchst keine Erlaubnis oder Beifall, das zu tun, woran du glaubst! Und dann ist jede Kritik quasi wie ein Squat für den Muskel des Glaubens an dich selbst ist und jeder unangenehmen Konfrontation beinhaltet die Chance für Wachstum, um noch heller zu strahlen. Denn wenn ich eins durch die letzten Wochen gelernt habe dann das: Manchmal braucht es die größten Kritiker an deinem Tun, um deinen Glauben an dich selbst zu festigen und dein Tun noch reiner werden zu lassen. Diesen Glauben nicht zu verlieren, gleichzeitig offen dafür zu sein, was wir in die Welt tragen dürfen und sich jeden Tag zu fragen: „Was kann ich in die Welt bringen? Was darf durch mich ausgedrückt werden? Wie kann ich voller Vertrauen aus dem Herzen leben? Wie kann ich dienen?“ Wenn wir so leben, leben wir wahrhaftig aus dem Herzen heraus, dann beginnen wir unsere Wahrheit zu leben und unser Glauben an uns, und an das was wir tun, wird stark wie ein Fels.

 

Ich glaube an Euch, Lovelies. 💖 Eure Sandra

Would the real true Sandra please stand up?

Ich mag Annas. Alle Annas die ich bislang getroffen habe, waren großartige, warmherzige Menschen, die aus vollem Herzen geben, leben und lieben. Bei Nadines hingegen bin ich vorsichtig, denn von zwei Nadines bin ich schon in die Pfanne gehauen worden. Warum ich das schreibe? Und was es mit dem Titel zu tun hat? Nun: beide Vorbehalte sind das, was in der tantrischen Philosophie Saṃskārasgenannt werden.  Saṃskāras sind unterbewusste Eindrücke, die sich bei uns festgesetzt haben. Wann immer wir also Aversionen oder Sympathien verspüren, sind diese meist in Saṃskāras, Erfahrungen, die wir gemacht haben und die wir positiv oder negativ besetzt haben, begründet.

 

Jeder von uns trägt Eindrücke mit sich herum

Jeder von uns trägt also ein richtigen Sack voll Saṃskāras mit sich herum und je nach Tiefe des Erlebnisses, sind auch die Saṃskāras  stark oder weniger stark ausgeprägt. Nun sind Saṃskāras per se nicht schlechtes. Wir benötigen eine unterbewusste Roadmap um uns im Leben zurechtzufinden. Stellt Euch vor unsere Vorfahren wären immer wieder mit großem Hallo und Freude auf einen Säbelzahntiger zugelaufen: richtig, das wäre nicht gut ausgegangen. Also doch alles roger mit den unterbewussten Eindrücken?

 

Wie begegne ich Situationen und anderen Menschen?

Nicht ganz, denn sie halten uns davon ab, die Realität unvoreingenommen zu erleben. Beispielsweise bei meinen Annas und Nadines: Begegne ich ihnen unvoreingenommen, mit meinem reinen, waren Selbst, ohne jegliche Vorbehalte oder Erwartungen, wie sie zu sein haben? Leider nein. Meine Saṃskāras halten mich davon ab, eine echte Verbindung aufzubauen, die auf Grund dem, was ist, entsteht. Die gute Nachricht ist: Das können wir ändern. Es gibt in der tantrischen Philosophie mehrere Methoden Saṃskāras aufzulösen:

  1. Wir sitzen in Stille und schauen uns einfach an, was hochkommen möchte. Christopher Wallis empfiehlt dazu „True Meditation“ von Ādyashānti.
  2. Kritisches Hinterfragen seiner selbst und seinen Handlungen, Achtung: ohne sich dafür fertigzumachen wie man reagiert. WICHTIG! Am besten mit einer anderen Person, die ebenfalls spirituell bewandert ist
  3. Meine Lieblingstechnik: Mein Lehrer Christopher Wallis sagt so schön „Loslassen ist nicht das, was wir mit Gefühlen und Eindrücken wollen, sie sind Energie. Warum sollten wir Energie gehen lassen?“ Ich kann dem nur zustimmen, zumal ich ein starkes Saṃskāra in Bezug auf den Begriff „Lass los“ in Yogastunden habe. Mich macht es dann immer ein Tick aggressiv, da es ohne weiteres in die Top Ten der Yogaunterrichtsphrasen schaffen würde. Gucken wir uns also einmal meine Wut an: was mache ich jetzt damit? Ich setze mich still hin und fühle sie. Bin völlig präsent und meiner Wut bewusst. Beobachte. Schau an, was dahinter liegt. In diesem Fall eine Mischung aus Wissensdurst, lass los ist mir zu unspezifisch (was denn loslassen?) und Überheblichkeit, denn für viele ist das „Lass los“ genau das was sie brauchen und es geht nicht nur um mich. Dann öffne ich mein Herz für die Wut. Hole sie ganz nah ran zu mir, so nah, ich kann. Und noch ein bisschen näher. Transformiere sie, verdaue sie, halte sie präsent. Halte die Energie der Wut in meinem Herzen. Um dann Hintertürchen meines Herzens zu öffnen, um die Wut zu entlassen.

 

Falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, das einmal auszuprobieren: Die beste Zeit, seine Saṃskāras anzuschauen ist für mich am frühen Abend. Dann kannst du schauen: Was hast du heute noch nicht genug gefeiert? Was hat dich geärgert? Was hat dich heute besonders getriggert. Wenn wir dies häufig genug praktizieren, schaffen wir es immer besser, liebevoll völlig präsent zu sein in dem was ist und mit dem was ist, ohne Vorbehalte. Dann reagieren wir aus unserem wahren Sein heraus und können echte Verbindungen schaffen. Und dafür sagt man sich doch gern: Would the real in me please stand up?

 

 

 

 

 

 

 

Sweet Child of Mine – Wenn wir loslassen müssen

Es gibt Momente, da setzt das Herz kurz aus zu schlagen. Es gibt keine Zeit mehr, kein oben und unten. Alles steht still. Ein kurzer Moment der Ewigkeit und des unendlichen Glücks. Etwa wenn zwei Striche, anstatt einem erscheinen. Und noch deutlicher: Wenn dort 1-2 Wochen steht. Und dann rauscht die Zeit wie ein D-Zug heran und mit ihm die volle Ladung Panik: Werde ich das schaffen? Sind wir als Paar gefestigt genug? Bekommen wir das finanziell hin? Um dann, wenn man seinen Mann gesprochen hat, wieder in unbändige Freude zu verfallen: denn aus zwei Ichs wird in diesem Moment eine Familie geboren. Ich weiss, ich werde diesen Text erst später posten. Denn das „wir“ ist geblieben, aber etwas haben wir verloren: unser Baby.

 

Vor einiger Zeit:

Wir hatten uns so sehr gefreut. Überhaupt nicht geplant, bin ich direkt beim allerersten Mal als es möglich war, schwanger geworden. Von dem unglaublichsten, liebevollsten Mann den ich mir vorstellen kann. Der mir jetzt in dem Moment über die Schulter schaut und an dessen Schulter ich mich ausweine. Der ein fantastischer Daddy wäre und hoffentlich auch wird.
Die Freude die aufsteigt, wenn in einem so eine kleine Krabbe heranwächst, ist unglaublich. Ich habe mich vorher schon so erfüllt von Liebe gefühlt und mich schon gewundert, woher auf einmal dieses andauernde „natural high“ kommt. Die Freude potenziert sich, wenn man sie mit seinem geliebten Partner teilt. Wir haben Pläne geschmiedet und ich als “Doer“ bin direkt in die Aktion gegangen: Workshops verschoben, Retreats abgesagt – für alles wäre es Zeit gewesen Werbemittel zu drucken und ich wollte fair sein. Und ganz ehrlich: ich wollte es auch in die ganze Welt herausschreien vor Glück. Mit hüpfendem Herzen bestellte ich uns Bücher, shoppte Femibion und co., machte einen Geburtsvorbereitungskurs und eine Hebamme klar. Ich praktizierte nur noch ganz sanft, sagte auch Yogastunden ab, weil ich mich ausruhen musste und sang mit Liebe Mantren für unseren kleinen Krümel. Und nachdem mir meine Frauenärztin bestätigte, dass alles gut und ordnungsgemäß entwickelt ist, versendete ich auch das erste Ultraschall Bild an Freunde.

 

Die Magie der Kreation

Es ist unglaublich, wie frau sich verändert, wenn sie schwanger ist. Ich bemerkte die Veränderungen sofort. Die Weichheit, die Liebe in einem, der Glow, der einen von innen heraus erleuchtet. Die Magie der Kreation wirkt und webt sich durch dich. Es ist ein so besonderer Moment im Leben einer Frau: In dir wächst dein Baby. Ihr habt gemeinsam etwas geschaffen, dass nun wächst, du erschaffst ein neues Leben. Ich spürte den süßen Fratz ganz deutlich. Das leichte Ziehen im Unterbauch. Die Brüste, die irgendwie praller und runder aussahen. Ich wusste auch, dass die Seele noch nicht eingezogen, aber deutlich mit mir verbunden war. Ich war auf einmal bleiern müde, musste um 21 Uhr ins Bett, um dann ganz frühmorgens mit dem Vogelgezwitscher aufzuwachen. So oft es ging, nahm ich Rosenöl in die Hand und strich es sanft über den winzigen Babybauch und die spannenden Brüste. Voller Liebe und Freude vergoss ich dabei schon ein paar Tränchen.

 

Die Panik, die Angst, das Loslassen

Denn kurz nach dem Versand des Ultraschallbildes, tatsächlich nur drei Tage danach fing ich frühmorgens an zu bluten. Ich bekam Panik und ich wusste, es passiert etwas in mir. Ich fühlte mich auch nicht mehr schwanger. Es gab einen Moment, da wusste ich innerlich deutlich, dass unser Baby ein Sternenkind geworden ist. Ein Kreis mit ca. 30cm Durchmesser schwebte rechts oberhalb des Kopfes meines Freundes. Und in mir sagte es: Da ist unser Baby um sich zu verabschieden. Die Ratio verbot mir den Gedanken. Im Eiltempo ging es zum Arzt. Dann das unendliche Warten. Die Zeit, die sich dehnt wie ein Kaugummi. Noch mehr Messungen, Blutabnahme und dann: Warten. Warten, ob sich dein Schwangerschaftshormon weiterhin gesteigert hat. Stunden des Bangens und der eigentlich schon inneren Gewissheit: Es ist gegangen, auch wenn du dich verzweifelt an ein bisschen Hoffnung festklammert. Diese wurde bei mir mit einem Anruf zunichte gemacht. Nüchtern legte mir die Vertretungsärztin dar, dass mein Hormonwert von 130 am Dienstag auf 17 am Freitag gesunken ist. Ich hätte definitiv einen frühen Abort, ich sollte jetzt Schwimmbäder etc. meiden und der Rest ging unter in dem Rauschen in meinem Ohr.

Wenn so etwas passiert, kann es dich hinfort reißen in der Trauer. Sie umspült dich wie ein Tsunami und haut dich um, reißt alles wild mit sich. In diesen Stunden war der unglaubliche Mann an meiner Seite ein Fels, dabei war er selbst von Traurigkeit übermannt. Er ließ mich weinen, hielt mich fest, ließ mich sein.
Abschied

Es gibt diese Momente im Leben. Momente, in denen man erschafft und kreiert. Und Momente in denen man geschehen lassen muss. Dich, unser geliebtes Sternchenkind, musste ich heute gehen lassen und es gibt nichts, was ich, was wir dagegen tun können.

Sei gewiss, dass die kurze Zeit in der wir verbunden waren, wir dich geliebt haben, über alles. Unsere kleine Rosenblüte, du hast uns noch näher zusammengeschweißt, hast uns gezeigt, was Liebe möglich macht, und dass aus zwei Individuen Eltern werden können. Wir sind dir so dankbar, dass du uns sechs Wochen mit deiner Anwesenheit beglückt hast. Wir haben dich so lieb, du kleine Krabbe. Wir hoffen, dass du bei deinen nächsten Eltern als wundervolle Seele ihnen ebenso viel Freude schenkst, wie du uns in den sechs Wochen Freude geschenkt hast. Und nicht nur Freude. Sondern auch Liebe, Hoffnung, Glauben, und das Wissen, das man doch irgendwie alles möglich machen kann. Du hast uns ein neues Fundament gegeben. Unser geliebtes Krümelchen, mögest du dein Licht auf dieser Welt oder wo auch immer scheinen. Und sei gewiss: Möchtest du zurückkommen, werden wir hier sein. In Liebe. In Freude. Unser süßes Baby, mögest du von den Sternen funkeln und ums uns leuchten. Wir werden immer an dich denken, wenn unser Blick ins Firmament wandert.

Denn du, mein Kind, bist von uns geliebt. In Ewigkeit.

 

 

 

 

Tantra: No dirt, No Patanjali, No Gods

Hochgezogene Augenbrauen, skeptische Blicke und meist ein langgezogenes „Ah. Hmhm.“ Das ist meisten die Reaktion, wenn ich sage, dass ich mich intensiv mit Tantra auseinander setze. Und ich weiß genau, was mein Gegenüber denkt: An TV-Trash Reportagen im Spätprogramm, in denen sich originell anmutende Menschen ebenso verzückt wie kaum bekleidet ineinander stecken. Ich kann es schon mal verraten: Das ist NICHT Tantra. Auch nicht die interessante Definition, die mir mal ein Yogalehrer bierernst vortrug: Ich hätte keine Ahnung, worum es im Tantra geht. Er hatte das aber dafür schon: Er hätte von einer absoluten Yogaphilosophie-Koryphäe gehört, dass es im Tantra darum geht, dass Menstruationsblut der Frau mit dem Penis aufzusaugen und damit „die Macht“ zu erlangen. Female Superpowers in allen Ehren, aber WHAT? Ich habe sehr herzlich gelacht. Definitiv ein interessanter Ansatz, kann ich da nur sagen, in welcher der vielen tantrischen Schriften das stehen soll, ist mir jedoch schleierhaft.

 

Was ist der Zauber von Tantra?

Aber was erwartet uns, wenn wir uns tatsächlich mit dieser jahrhundealten Philosophie auseinandersetzen? Warum lese ich jeden Morgen in meinen Büchern und gebe jeden Monat 50 Dollar als Patreon für Christopher Wallis aus, damit ich in den Genuss von Texten kommen, die zum ersten Mal übersetzt wurden, warum investiere ich dutzende von Euros in neue Bücher? Was ist der Zauber, dieser legendenumwobenen Weltanschauung, die fälschlicherweise immer nur mit Sex in Verbindung gebracht wird?

Die Welt des Tantra zu betreten, bedeutet einzutreten in einen Welt voller Magie. Es bedeutet, sich einer bewusstseinserweiternden Philosophie hinzugeben, einer Welt in der geheimnisvolle Energie-Diagramme die Dimensionen der Realität strukturieren, die Visualisierung von kraftvollen Energieflüssen im Körper, tiefste Erfahrungen von Glückseligkeit und purem Bewusstsein, Meditationen, die dich auf eine neue Bewusstseinsstufe bringen und ein Fundament, das auf fast schon unheimliche Weise mit den Entdeckungen der Quantenphysik harmonisiert. Willkommen in der Welt der non-dualen Shivaismus oder auch Tantra.

 

Unterschiede zu den klassischen Philosophien

Einer der größten Unterschiede im Gegensatz zu den „klassischen“ Yogaphilosophien besteht darin, dass es im Tantra nicht darum geht, der Welt zu entkommen. Während Patanjali & co. zwar einen göttlichen Kern in uns sehen, aber Anleitungen geben, den Körper und dem „Shithole“ Welt zu entkommen, damit wir es uns im Samadhi gemütlich einrichten können, geht es im Tantra darum, dass wir in dieser Welt das Göttliche erfahren: denn alles ist Gott. Shiva ist hier auch kein Kifferkumpane, der auf dem Berg hockt und meditiert, sondern steht für das Immanente, das unendliche Bewusstsein, immer da und immer während. Dabei ist es untrennbar und nicht einzeln betrachtbar von Shakti, seine*ihre Energie, die das Immamente in Formen bringt, damit es sich selbst erleben kann. Stellt euch ein unendliches vibrierendes, pulsierendes Feld vor, innerhalb dessen sich Myriaden von Formen bilden, die in den unterschiedlichsten Frequenzen pulsieren – das ist in etwa der Gottesbegriff von Shiva-Shakti im Tantra. Übrigens auch eine ziemlich gute Beschreibung, was man auf Quantenebene sehen würde, könnte man sie mit dem Auge erfassen.

 

God is you. You are God.

Wenn alles Gott ist, dann sind auch wir Gott. Und ja jeder. Das ist für mich einer der schwierigsten Stellen: Das Gott alles und jeder ist. Und eben nicht nur Liebe, sondern in allen Formen und Spielarten existiert, die es im Universum gibt und Gut und Böse nur unsere Begriffe sind. Darin liegt aber gleichzeitig auch die Tiefe für mich: Es ist leicht, sich im Guten zu verlieren und nur in höheren Sphären herumzuschweben, nur die Liebe und das Gute zu sehen und auch zu wollen, denn wir wollen uns gut und leicht fühlen. Selten sind wir aber dann wirklich „da“ und verfehlen damit die Möglichkeit die Freude des Augenblicks in allen Situationen zu erleben. Auch in herausfordernden Zeiten im reinen zu sein, seinen Frieden zu machen, mit dem was ist, genau hier und jetzt in diesem Augenblick: Das ist das Schöne am Tantra.

Da alles in der Welt eine Manifestation des Göttlichen ist, lehrt Tantra eben dies: in allen Gott zu sehen. Um es ganz krass auszudrücken: Im Hundehaufen genauso wie in den wundervollsten, erhabensten Gefühlsmomenten. Tantra lehrt mitten drin zu sein, mit allen Sinnen, mit allen Erfahrungen. Dazu gibt es z.B. wundervolle Meditationen, Kontemplation über Lehren oder Techniken für den subtilen Körper, alle mit dem Ziel die göttliche Energie in allen Dingen zu erfahren, völlig präsent in der Welt und dabei spirituell frei.

 

Eine Reise

In den folgenden Monaten möchte ich euch nach und nach einige der für mich wichtigsten tantrischen Begriffe, Techniken und Sutren vorstellen und euch einladen, diese wunderbare Reise, die gleichzeitig nach innen und außen führt, mit mir zu unternehmen. Ich möchte euch einladen, den Zauber dieser jahrhundertealten Verse zu entdecken und deren innewohnende Freiheit. Ich möchte euch einladen, Gott zu begegnen. In euch und in allen Dingen.

 

 

Eure Sandra

Cinderella 87 und die Natur der Liebe: Gedanken zum Valentinstag

Mit elf dachte ich, Liebe sei so wie in der Serie „Cinderella 87“. Wie im Märchen eben. Das Aschenputtel findet seinen Prinz und reitet mit ihm in eine rosige Zukunft. Oder fährt auf einer Vespa in die selbige. Ich schwärmte damals für Pierre Cosso, trällerte „Dreams are my reality“ vor mich hin und das Poster von Pierre hing direkt neben dem Bravo-Poster von Michael Jackson. Beide küsste ich jeden Abend vorm Schlafengehen, nahm anschließend meine riesige Brille ab und legte mich in ein Meer von Kuscheltieren, in der Hoffnung, dass mich ein Prinz auch irgendwann einmal wirklich sehr lieben würde.

 

30 Jahre später weiß ich, dass es ein bisschen komplizierter ist. Ich habe in den vergangenen Wochen viel nachgedacht, über die Liebe. Und ob man wirklich liebt, wenn das Drama ausbleibt. Denn ich, meine Damen und Herren, ich habe das Drama geliebt. Ich habe nächtelang bittere Tränen geweint, um vermeintliche Lieben. Manchmal sogar, wenn es überhaupt gar keine Basis dafür gab. Ich habe oft genug zu schnell ja gesagt, um in die schnelle Illusion von Liebe zu verfallen und dabei die wirkliche Liebe sowie meine Selbstliebe und Würde zu verraten. Ich habe den Rausch des Anfangs geliebt, das Verrückt sein nacheinander, das nicht Schlafen können, die Aufgeregtheit , bevor man sich sieht, das nächtelang wach bleiben, und nein: nicht, weil man Binge-Watching auf Netflix macht.

 

Ist Beständigkeit boring?

Ich habe oft geschrieben, dass ich mich innerlich sehr gewandelt habe. Ich habe ein starkes Fundament, bin im besten Sinne „unbreakable“ geworden: Ich weiß, dass mein Innerstes nicht zerbrechen wird, auch wenn ich mit Sicherheit immer mal wieder sehr traurig in meinem Leben sein werde. Gleichzeitig liebe ich anders.

Die Eifersucht ist weg, das Drama, die Amplitüde, die Extremen nach oben wie unten. Das bedeutet nicht, dass wir keine wunderschönen Highlights haben. Der Sommer 2017, in dem mein Freund mich zurückeroberte, war schlicht magisch, voller Liebe und Schmetterlinge im Bauch. In meiner Partnerschaft jetzt fühle ich mich umgeben, umwoben, umsorgt, die Handlungen meines Freundes lassen mich geliebt und geborgen fühlen, wie in einem weichen Kokon. Aber wenn das morgen aufhören würde, wäre ich zwar sehr traurig, aber es wäre eben auch kein Weltuntergang. Manchmal denke ich, diese Aufregung von früher müsste doch da sein. Oder ob ich einfach gar nicht mehr anders lieben kann, als so: warm, weich, beständig. Weil ich mit mir alleine einfach so glücklich bin und die Bedürftigkeit schlichtweg nicht mehr da. Oder ob es etwas Schlimmes ist, wenn die Achterbahnfahrt der Gefühle ausbleibt, die Liebesschwüre, die Verrücktheiten und die Trunkenheit der Hormone. Ich habe mich gefragt, ob Beständigkeit boring ist. Meine schöne, kluge Freundin Angela merkte dazu an: „Ist es nicht seltsam, dass wir genau diese Beständigkeit in unseren Freundschaften und Familien schätzen, nur bei romantischen Beziehungen in Frage stellen?“ Recht hat sie.

 

 

Ich habe Dich erkannt! Auch mit neuer Perücke!

Denn genau da habe ich es dann wieder ertappt. Mein kleines Muster, getarnt mit einer anderen Perücke. Dass perfiderweise mir von hinten auf die Schulter tippte und mir leise in das Ohr einflüstern wollte, wie Beziehungen denn zu sein haben. Das diktiert, wie stark der Prinz sein muss und wann der Schimmel cool oder uncool ist. Das mir sagt, dass ich eigentlich weggestoßen werden sollte, denn so funktionieren Beziehungen nun einmal. Mit entsprechendem Drama danach. Das Make-up für das Muster spendiert die Gesellschaft dazu, dass uns in Filmen und Büchern verklickert, wie die Liebe denn so zu sein hat. Als ob es nur eine Sprache der Liebe gibt und nicht unzählige Arten zu lieben.

 

Sei die Vision, die dein höheres Selbst kreiert

Glücklicherweise liebe ich mich selbst genug, um diese Fragen zwar zu durchdenken, aber nicht zu glauben. Mein höheres Selbst hat vergangenes Jahr eine Vision von mir kreiert, wer ich sein möchte, mit wem und wie. Ich glaube so fest daran, in sämtlichen Bereichen, dass es sich tatsächlich manifestiert. Zum Beispiel in einer Beziehung mit einem Mann, der für mich da ist, mich unterstützt, mit dem ich ernsthaft Quantenteleportation diskutieren kann, in dessen starke Arme ich versinken kann. Der meinen Horizont mit seinem großen Wissen erweitert, und mit dem ich faul einen Sonntag herumliegen kann, aber genauso gut Abenteuer erleben darf. Mit dem ich sowohl Netflix Serienmarathon-Abende veranstalte, als auch Sachen, die ich hier nicht öffentlich schreiben kann.

 

Die Wahrheit.

Wir haben oft so unfassbar hohe Erwartungen an Beziehungen und unseren Partner, dass es sich kaum erfüllen kann. Gerade wir Frauen, wollen zudem so genommen werden wie wir sind, mit all unseren liebenswerten Unperfektheiten und Marotten. Dass der Prinz aber auch verletzlich sein darf, ist nicht in unserem Plan vorgesehen. Insbesondere wir Frauen zerbrechen uns so häufig den Kopf um die Liebe und wie sie zu sein hat, dass wir in Gefahr laufen sie zu verpassen oder ihr keine Chance zum Wachstum zu geben.

 

„Löse dich von dem was du glaubst, wie Liebe sein muss. Lass sie einfach entstehen, in der Sprache, die sie eben spricht. Gönne dir die Freiheit, im Moment zu sein und Glück zu erleben. Und: Lass den Prinzen absteigen.“

 

Ich habe nachgedacht und glaube – mit Verlaub – es ist kackenegal, ob die Amplitüde ausschwingt oder nicht. Ich glaube Liebe und eine Partnerschaft, in der wir wachsen können, ist geprägt von Ehrlichkeit und dem Mut sich verletzlich zu zeigen. In unserer dopamingetränkten Welt, in der das nächste Glücksgefühl nur ein paar hundert likes entfernt ist, verlieren wir die Wertschätzung für das weiche, warme, beständige. So wie wir Fotos mit Filtern versehen und verbessern, sind wir im ständigen Optimierungswahn anstatt das Jetzt zu genießen. Dabei ist es die Entscheidung, im Jetzt mit ganzem Herzen präsent zu sein, die uns Freiheit und Glückseligkeit schenkt.

 

Deshalb seid roh. Verletzlich. Zeigt euch schonungslos und habt keine Angst vor dem Fallen. Genießt den Moment, das Jetzt, das Wachsen mit einem Menschen an eurer Seite oder ohne, denn der Moment ist das was wir haben. Erfüllt jede Sekunde des Seins mit Liebe, Hingabe und Verletzlichkeit – und Konstrukte werden bedeutungslos. Ich glaube, das ist das Einzige, was uns wahrhaft glücklich macht und uns tief verbindet: ein Sein in Liebe, mit uns, mit anderen, mit dem, was sehr viel größer ist als wir.

 

Female Awakening – Das Herzthema meiner Klasse bei den YogiDays Circle of Woman

Ich wusste bis Freitag morgen noch nicht so richtig, was ich in meiner Klasse bei den YogiDays Circle of Woman erzählen werde. Zwar schwirrte schon die grundsätzliche Idee der Stunde durch meinen Kopf, aber alles war verschwommen. Als ich dann in meinem Bett saß, die Dämmerung brach an, die ersten Rehe versammelten sich grasend auf den Hügel vor meinem Schlafzimmer, da habe ich es gespürt.Die Energie, die mich mit umwob, die Stimmung. Es ist ein wie sich einstellen auf ein göttliches Radio, den Sound des Universums, Gott, unendliches Bewusstsein – wie immer ihr es auch nennen wollt. Es ist weniger ein rationales Denken, viel mehr ein Wissen, dass seinen Ursprung ganz tief in Dir hat und plötzlich da ist.

 

Und ich wusste ich muss Euch meine Geschichte zu Freundschaft und Frauen erzählen. Ich werde nie vergessen, als mich Tina, eines der hübschesten Mädchen der Schule, wahrnahm und die Zeit mit mir verbrachte. Ich dachte mit 14 hätte ich nun vielleicht eine Freundin gefunden, denn tatsächliche Freundschaft kannte ich schlichtweg nicht in meinem Leben. Die Welt brach für mich zusammen, als ich Tina auf meinem Fahrrad in die Innenstadt fuhr, und ein Bekannter Tina fragte, ob wir Schwestern sein. Sie schrie ihn darauf an, das wäre jawohl die größte Beleidigung, ob er mich überhaupt mal angeschaut hätte, wie er glauben könnte, dass ich hässliche Brillenschlange ihre Schwester sein könnte. Daraufhin musste ich sie noch nach hause fahren und ich weinte auf meinem Heimweg stumm vor mich hin.

 

„Immer in Bewertung und Vergleich: Waren andere Frauen schöner? Erfolgreicher? Anmutiger?“

Dann kamen die Zeiten, in denen nur zählte, was Männer über mich dachten. Ich war so fokussiert darauf, dass ich Frauen ständig bewertete. Waren sie schöner? Erfolgreicher? Klüger? Anmutiger? Ich lebte im ständigen Vergleich und Mangel. Das ging sogar soweit, dass ich bei einer Affäre, die ich mit einem Mann hatte, eifersüchtig auf Frauen war, die ihn nicht mal kannten, sondern einfach nur den Typ Frau verkörperten, auf den er stand. Mit den Jahren, ich bin jetzt 41, änderte sich dies. Langsam, in Babysteps. Je mehr ich zu meiner inneren Kraftquelle gefunden habe, je mehr ich an dem Überkommen meiner Mustern gearbeitet habe, gelernt habe, durch Yoga, durch meine spirituelle Arbeit, durch das Schreiben, meine Andockstelle an Shakti, die allumfassende Energie, zu finden, desto mehr trat der Zauber von wahren Freundschaften zwischen Frauen in mein Leben. Ohne meine Freundinnen wäre ich nicht hier, würde ich heute hier nicht sitzen. Meine liebste Freundin Angela, die mir nicht nur ein zuhause bot, sondern mich immer, mal sanft, mal sehr bestimmt auf den richtigen Pfad lotste. Meine Freundin Caroline, mit der ich hochphilosophische Fragen erörtern kann und die mit mir immer wieder aufs Neue über die Natur des Göttlichen sinniert. Meine Freundin Sandra, mit der ich seit 14 Jahren eine gemeinsame Firma führe und die immer hinter mir steht, auch hinter der Entscheidung, sehr viel weniger in der PR zu arbeiten. Anna, mit der ich fast jeden Tag reflektiere, Yoga verfeinere, die mit ihrer übersprudelnden Lebenslust jeden umhaut. Juliana, die so stark und kraftvoll ist und mit der ich gemeinsam immer weitere Schritte gehe, um unseren Traum zu leben.

 

„Die Kraft und der Zauber von Frauenfreundschaften: Unterstützung und gemeinsam stärker werden“

Um mich herum sind so viele Frauen und eins zeichnet sie aus: Jede tritt für die Andere ein. Anstatt Konkurrenz zu empfinden, pushen wir uns gegenseitig, schlagen uns gegenseitig vor für Workshops oder ähnliches vor, wir sagen, wie stolz wir auf uns sind und helfen einander in jeder Situation. Wir schwingen auf der gleichen Energie und lassen sie durch die Gemeinschaft noch unendlich viel kraftvoller, mächtiger in unser Leben treten. Vorgestern hat eine Yogateilnehmerin zu mir gesagt: „Sandra, Du hast echt einen Kick Start im Yoga hingelegt.“ Nein, das habe ICH nicht getan. Das, meine Lieben, das haben meine Schwestern und ich GEMEINSAM geschaffen. Gemeinsam erheben wir uns, gemeinsam tunen wir uns ein auf die allumfassende, erschaffende Energie von Shakti, die die erschaffende Kraft des Göttlichen ist. Nicht getrennt von Gott, sondern nur der Ausdruck Gottes. Und gemeinsam, meine Schwestern, gemeinsam werden wir uns erheben. Jede einzelne von uns. Gemeinsam werden wir so unendlich stark sein, dass wir ohne Angst weich und verletzlich sein können. Gemeinsam werden wir neue Welten erschaffen. Gemeinsam erheben wir uns: stark, schön, sanft, weiblich. Gemeinsam sind wir in Gott.

Starchild: Astrologische Beraterin Luisa Hartmann im Interview

Es gibt dieses wundervolle Gedicht von Zara Ventris: „I am a child of the Moon. Being raised by the sun. In a world walked by stars. And a sky drawn with flowers.“ Dieses Gedicht kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich an Luisa Hartmann, astrologische Beraterin, denke. Luisa ist besonders, intuitiv, feinfühlig, ausgebildete Psychologin und eine der großartigen Redaktionskollegen bei FuckLuckyGoHappy.

Im vergangenen Jahr buchte ich einen Termin bei ihr zur astrologischen Beratung. Vorausgegangen war wieder der Impuls, sofort zum Telefonhörer zu greifen, als einen Artikel von Luisa las. Mittlerweile verlasse ich mich auf solche Impulse und auch dieses Mal hat es mich nicht getäuscht. Tatsächlich hat es mich wieder einmal nicht enttäuscht. Die Beratung bei Luisa hat mich in meinem Weg bestätigt, aber auch ganz neue Erkenntnisse gebracht. So viel stand zu meinem persönlichen Werdegang in den Sternen, zu meiner Geschichte, zu dem großen Umbruch in meinem Leben. Bei dem Gespräch kamen das ein oder andere Mal Tränchen bei mir och, Tränen aus Freude und aus Dankbarkeit, dass der Weg den ich gewählt habe, mein Schicksalsweg, der richtige Weg ist. Das weiß man zwar im Herzen, es von einer fremden Person erzählt zu bekommen, welche grundsätzlichen Lebensthematiken existieren und mit welcher Vorbestimmung man auf die Welt gekommen ist – das hat mich tief berührt. Mich hat Luisas Arbeit wahnsinnig beeindruckt und deshalb möchte ich sie Euch unbedingt im Interview vorstellen.

 

Wie bist Du zur Astrologie gekommen?

Interessanterweise hat mein Vater mir schon als Kind und Jugendliche immer wieder verschiedenste Geschenke zum Thema Sterne und Astronomie gemacht, zum Beispiel eine Leuchtkugel, mit der man den Sternenhimmel an die Zimmerdecke projizieren konnte. Damit lag er genau richtig bei mir – ich habe diese Sachen geliebt und fand sie schon damals magisch.

Zur Astrologie bin ich dann aber erst mit 21 Jahren gekommen. Tatsächlich war auch hier mein Vater der Auslöser. Er hat mir zum Geburtstag eine schriftliche astrologische Persönlichkeitsanalyse geschenkt. Ich fand das so faszinierend, war aber auch ziemlich skeptisch. Vieles traf zu, einiges aber auch nicht. Ich wollte das unbedingt tiefer verstehen und bin seitdem langsam, aber konstant immer tiefer in die Welt der Astrologie eingetaucht.

 

Du hast auch eine sehr fundierte wissenschaftliche Ausbildung. War es für Dich schwierig, den Shift zur Astrologie zu machen?

Ja und Nein. Was daran auf jeden Fall schwierig war, war meine eigene innere kritisch-analytische Stimme, die immer wieder alles in Frage gestellt hat. Allerdings hat mir genau dieser Anteil auch geholfen, mich richtig tief in die Astrologie vorzuwagen. Es hat mich echt Kraft und Überwindung gekostet, 2015 auf meine Webseite „astrologische Beratung“ zu schreiben – mich also quasi zu outen – da ich mit ziemlicher Sicherheit weiß, dass viele meiner Psychologiekollegen eine Ablehnung gegenüber der Astrologie verspüren. Aber es war ein Bekenntnis zu mir und meinem Weg.

Da ich ja Vertreterin der psychologischen Astrologie bin, ist mir die Verbindung von Psychologie und Astrologie dann wiederum sehr leicht gefallen. Meiner Meinung nach profitieren beide Bereiche unglaublich voneinander. Gerade die jungianische Analyse hat die heutige psychologische Astrologie stark mitgeprägt – in wundervoller Weise, wie ich finde.

 

 

Ich dachte früher, Yoga ist esoterische Krankengymnastik. Warst Du früher auch skeptisch gegenüber der Astrologie? Wann hat sich das geändert?

Ja, ein Teil von mir war definitiv sehr kritisch der Astrologie gegenüber. Vor allem gab es eine Angst in mir, dass die Astrologie zu deterministisch sei und ich mich dadurch sehr eingeengt fühlen würde. So wie ich Astrologie heute verstehe und praktiziere, ist allerdings das Gegenteil der Fall: Das Horoskop unterstützt uns, die Freiheit zu nehmen, wir selbst zu sein und in tiefer Überstimmung mit unserer Seele zu handeln –

jenseits von Normen und Konventionen. Sie orientiert sich an deiner einzigartigen, inneren Wahrheit.

Letztendlich hat mich dann die emotionale Evidenz überzeugt. Als ich spürte, dass in der Astrologie so viel tiefe Bewusstwerdung und Erkenntnis zu finden ist und ich stark in Resonanz ging mit allem was ich lernte, war es um mich geschehen.

 

Wie hat sich Dein Leben verändert, seitdem Du Dich intensiver mit der Astrologie beschäftigst?

Am stärksten ist mein Urvertrauen gewachsen. Es war zutiefst heilsam für mich, mich von etwas Größerem wie dem Kosmos oder dem göttlichen Universum gehalten und gesehen zu fühlen. Zudem habe ich mir durch die eigene Analyse meines Horoskops immer mehr erlaubt, meine Potenziale zu leben und die Versagensangst in den Griff zu bekommen. Gerade die Erkenntnis, dass unseren tiefsten Sehnsüchten meist nicht irgendein Wunschdenken zugrunde liegt, sondern fast immer eine direkte Botschaft unserer Seele ist, hat mich unglaublich bestärkt. Trotzdem musste ich natürlich an meinen Themen arbeiten. Unser ganzes Leben ist ein enormer Entwicklungsprozess, und der ist nicht immer leicht. Auch das ist etwas, das ich durch die Astrologie so viel besser annehmen kann.

 

Gab es bei Dir ein besonders einschneidendes Erlebnis mit der Astrologie?

Oh wow – ich hatte so viele Aha-Momente… . Ganz viele, wo ich mit einem Astrobuch in meinem Lieblingssessel saß und mir die Tränen übers Gesicht gelaufen sind, weil es so schmerzhaft und doch so wahr war, was da stand.

 

Viele Menschen trauen sich nicht, astrologische Beratung in Anspruch zu nehmen, weil sie Angst haben, dass etwas Negatives in den Sternen geschrieben steht? Was entgegnest Du dieser Angst?

Aus meiner Perspektive ist keine Sternenkonstellation per se negativ – gerade in sehr herausfordernden Konstellationen schlummert ja ein unglaubliches Entwicklungspotenzial oder, wie mein Astrologiementor Markus Jehle sagte: Das sind die Kernkraftwerke der Entwicklung. Ich halte also gar nichts von klassischen „Gut/Böse-Deutungen“. Allerdings kann es sehr wichtig sein, sich gemeinsam schmerzhafte Themen anzuschauen und sie nicht abzuspalten oder zu verdrängen. Mir ist es ein großes Anliegen, das ganz respekt- und liebevoll zusammen mit dem/der Klienten*in zu analysieren und auch nur so weit zu gehen, wie es gerade stimmig ist. Das ist die absolut freie Entscheidung des Klienten/der Klientin.

Ich gebe dann auch sehr gerne Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach passenden therapeutischen Methoden, wenn man sofort loslegen möchte mit der Transformation.

Ich habe leider auch selbst schon schlechte Erfahrungen mit Astrologen gemacht, von daher kann ich entsprechende Ängste sehr gut verstehen. Ich kann allen empfehlen, sich vorher möglichst einen eigenen Eindruck zu machen – sei es über die Webseite oder ein Telefonat. Eine persönliche Empfehlung ist natürlich Gold wert.

Ein Psychologiestudium oder eine psychologische Zusatzqualifikation sind meiner Meinung nach auch ein sehr guter Indikator für die Qualität der Beratung. Es gibt aber natürlich auch extrem gute intuitive, empathische Astrologen ohne psychologische Fortbildungen.

 

Vielen Dank für das Interview!

Mehr zu Luisa findet Ihr hier: https://praxisfuerganzheitlicheentwicklung.wordpress.com 

Chaos Christmas

Meine Top-3-Tipps, um Weihnachten zu überleben

 

Ich würde ja wirklich gerne das Bild einer immer entspannten, sanft lächelnden Yogalehrerin aufrecht erhalten, die strahlend und mühelos ihren Weg geht. Ich würde wahnsinnig gern, wie eigentlich vorgenommen, einen tiefgehenden Text rund um Metta, die liebevolle Güte, verfassen und ihn Euch hier präsentieren. Das Ding ist: Das wäre so etwas von gelogen. Tatsächlich bin ich heute mit Herzrasen aufgewacht und dem Gefühl, sofort loslegen zu müssen. Ich hatte eine 1A „Fight or Flight“-Reaktion und mit der Sekunde des Aufwachens pumpte mein Körper solche Unmengen an Adrenalin durchs Blut, als müsste ich einer Horde Säbelzahntiger entkommen. Was passiert ist? Weihnachten steht vor der Tür, meine beachtliche Pfandglassammlung im Gartenhaus versperrt mir den Weg zur Weihnachtsdeko, am Weihnachtstag drohte ich mit 41 Jahren alleine mit meinen Eltern unter dem Tannenbaum zu sitzen und ruhig ist überhaupt nur Mini, meine 11jährige Chihuahua-Hündin.

 

Es ist ja nicht so, dass Weihnachten überraschend kommt. Es ist auch nicht so, dass ich nicht jedes Jahr mir vornehme, Weihnachten strukturiert und organisiert anzugehen. Hey, ich bin schließlich Sternzeichen Jungfrau! Aber auch dieses Jahr durchkreuzte mir das Leben so gewaltig meine Vorsätze, wie es nur konnte. Ich arbeite halbtags in meiner PR-Agentur ZPR als geschäftsführende Gesellschafterin. Da ich aber meinen Herzensleidenschaften Yoga zu teilen sowie journalistisch zu schreiben, mehr Raum in meinem Leben gebe und auch zwei Hunde zu versorgen habe, jongliere ich manchmal ganz schön mit den täglichen Aufgaben. Wenn dann, wie in den letzten Wochen, eine riesige Weihnachtskampagne unseres größten Kunden reinknallt, das zusätzlich zu Abgabeterminen für Artikel und dem Unterrichten von Yogastunden sowie Sonderklassen in anderen Städten, dann komme ich ganz schön ins Schwitzen. Vorweihnachtliche Muße? Einstimmung auf besinnliche Tage? Ist mir dieses Jahr einfach komplett flöten gegangen. Vielleicht kommt daher die Rebellion, aber heute breche ich mit Traditionen und habe mir außerdem fest vorgenommen, die Dinge ab sofort anders anzugehen.

Ein 💖-Beitrag für den Yogablogger-Adventskalender 2018

 

Break the rules!

Seit Jahrzehnten, selbst als ich verheiratet war, feiere ich Weihnachten mit meinen Eltern und meiner Schwester. Nach einem meist grandiosem Essen, meine Mutter ist einer hervorragende Köchin, gab es Bescherung, anschließend Plaudereien bei Kaminfeuer und Wein. Nun bin ich 41 Jahre alt, meine Schwester 36 und gesegnet mit der süßesten Tochter, die man sich vorstellen kann sowie einem zauberhaften Mann. Alle drei werden dieses Weihnachten nicht da sein. Das heißt, ich sitze mit 41 Jahre allein mit meinen Eltern unter dem Tannenbaum. Nun habe ich den weltbesten Mann an meiner Seite, aber ich war so in der Gewohnheit zu meinen Eltern zu fahren, gefangen, dass ich gar nicht auf die Idee kam, ihn zu fragen, ob wir nicht gemeinsam Weihnachten feiern wollte. Bis jetzt! Und die gute Nachricht: er wollte! Und meine Eltern? Die freuen sich auf einen Abend mit Freunden und auch für uns.

Fazit: Weihnachten ist die Zeit der Familie und nicht der Zwangsbesuche. Ich sehe meine Familie sehr gerne, aber ich freue mich sehr, mit meinem Liebsten Stunden der Zweisamkeit zu genießen, um dann entspannt in den Festtagstrubel mit der gesamten Ruhrpott-Großfamilie einzutauchen.

 

Du musst nicht perfekt sein.

Ich erwähnte eingangs die Pfandglassammlung im Gartenhaus. Die Unmengen an Flaschen könnte ich dazu nutzen, um einen gewagten, künstlerisch eigenwilligen Tannenbaum aus Pfandglas nachzubauen und somit den Weg zur Weihachtsdeko freizuschaufeln. Oder ich lasse die Deko einfach Deko sein und mache einfach nur das, was eben geht. Ich habe mich für letzteres entschieden. Denn hängt Weihnachten wirklich von perfekt arrangierten Objekten ab oder ist es nicht etwas sehr Subjektives: Nämlich ein Gefühl im Herzen? Das Gefühl der Dankbarkeit und Liebe und der Nächstenliebe? Eine Erinnerung daran, dass Jesus, einer der größten Liebenden der Geschichte, auf die Welt kam und ihr sehr viel mehr Licht brachte?

Fazit: Wie heißt es doch so schön in der Bibel: „Und Gott sah, was er geschaffen hatte und siehe, es war sehr gut.“ Nimm Dir einfach heraus, die Dinge gut sein zu lassen. Es muss nicht alles perfekt sein. Schraube die Ansprüche herunter. Die Welt geht nicht unter, wenn Dein Heim nicht aussieht wie in Country&Living. Genieß den Weihnachtspunsch und lass ruhig mal fünfe gerade sein.

 

 Was ist wirklich wichtig?

Wo wir gerade beim gehetzt sein sind: Eigentlich hatte ich heute fünftausend Sachen auf dem Zettel. Zwei Artikel fertig schreiben (unter anderem diesen hier), den Blogpost online stellen, Stunden vorbereiten, sämtliche ausstehende Weihnachtsgeschenke kaufen (also alle), die Hunde ordentlich bewegen, meditieren, Hormon-Yoga und Yoga-Praxis, einkaufen, Deko kaufen, Pakete zurückbringen, einkaufen, undundund. Mein Coach Tina von der Handel Group sagte etwas letztens etwas total Schlaues zu mir: „Sandra, do you own your to do list or does your to do list own you?“ Erwischt. Gerade zu Weihnachten mache ich mich gern zum Sklaven meiner To-Do-List. Also habe ich das Programm heruntergefahren und mache wirklich nur das, was absolut wichtig ist. Das aber dafür mir Ruhe und gut.

Fazit: Frage Dich immer: Ist das wirklich wichtig? Klar, manchmal hat man Tage da ist alles von hoher Prio und es heißt Augen zu und durch. Aber an vielen Tagen kann man getrost Dinge von der To Do List streichen, um sich mit größerer Ruhe auf das Wichtige zu konzentrieren. Dazu gehört auch, genau hinzuhören, was Du brauchst. Yogapraxis und Meditation in allen Ehren, aber wenn es nur weitere Termine sind und Du abgehetzt durch den Tag eierst, wird es Dir nicht viel bringen.

 

Ihr Lieben, Weihnachten, dass ist so viel mehr als nur Geschenke und Termine. An Weihnachten können wir uns auf das zurückbesinnen, was wirklich wichtig ist. Echte Gemeinschaft. Zeit für die Lieben. Mitgefühl. Liebe. Denn Weihnachten findet nicht da draußen auf den Weihnachtsmärkten und in den Kaufhäusern statt.

Weihnachten – das ist in uns.

Dieser Text entstand im Rahmen der wunderbaren Weihnachtsblog-Adventskalender Aktion von https://www.ganzwunderbar.com