Yoga Archive – House of Grace
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Aus dem Herzen heraus handeln – über die dritte Ebene des Wortes

In der Zeit als ich Single war, habe ich einen Mann gedatet. Wir mochten uns, aber für uns beide war es eher unverbindlich. Als ich dann aber einen Facebook Post sah, auf dem er mit einer anderen Frau eng beieinandersaß und er, um sie zu treffen, einen ziemlichen Aufwand hingelegt hatte, dachte ich: „Nein, nicht mit mir!“ Ich sagte ihm, dass ich unsere Dates nicht weiter fortführen möchte, da ich keine Lust hätte eine von vielen zu sein. Es hat sich angefühlt, als ob ich aus dem Herzen heraus handle und ich war zufrieden mit mir.

Aber habe ich das getan? Auf den ersten Blick ja. Tatsächlich erfuhr ich aber Jahre später, dass das Treffen gar kein Date war. Was war also damals passiert? Mit dem Beenden der Beziehung dachte ich, ich handle aus einer inneren Gewissheit heraus. Aber genau habe ich nicht getan, sondern aus meinen Mustern heraus gehandelt. Denn meine innere Programmierung hat in mir das Gefühl von „Es reicht“ erzeugt, meine innere Überzeugung „keiner lässt sich wahrhaft auf mich ein“ sah ich bestätigt, ich schuf also „meine Wahrheit“. Ich habe eben nicht gefragt: „Hör mal, war das ein Date, wie siehst du das?“ Anstatt dessen habe ich einen Schlussstrich ohne Rückfrage gezogen.

Damit kommt die dritte Ebene des Wortes ins Spiel: Pasyanti Vak. Diese Ebene ist wortlos, pure Energie. Hier existieren unsere inneren, aus Gedanken resultierenden Überzeugungen als Energie genauso wie unsere wahre Intuition, Icca Sakti, der erste Impuls des göttlichen Willens sich in der Welt zu manifestieren. Der Unterschied: Während die wahre Intuition sich aus dieser Ebene formt, existieren zwar unsere Muster als Energie auf dieser Ebene, entstehen aber aus unseren Gedanken, der zweiten Ebene des Wortes.

 

Wie können wir aber nun unterscheiden, ob wir aus wahrer Intuition handeln oder nur den Mustern folgen? Zum einen gibt es tantrische Techniken, die helfen, die wahre Intuition leichter zu erkennen und die innere Programmierung zu überschreiben. Mein Lehrer Christopher Wallis hat zudem einen guten Rat: Höre nicht nur auf dein Gefühl. Überprüfe sorgfältig alle Fakten, Ansichten und welche Gedanken in dir dieses Gefühl ausgelöst haben. Probiert es doch einmal aus und erzählt mir davon. Love, Sandra

 

Was Klaus und Klaus in deinem Kopf machen – die zweite Ebene des Wortes

(Gesang ertönt) Klingelingelingklingelinghierkommtdereiermann. Klingelingeling….(Stimme aus dem off) Herrlich Sonnenschein, wie Yoga sich wohl auf Pott anhört…(Das Bild eines Baumes blitzt plötzlich auf)….(Gesang wird wieder lauter). EIERMANN!!! KLINGELINGELINGKLINGELEING….(Stimme aus dem Off) Bestimmt so. (Stimme wechselt von weiblich zu männlich): Hömma getzt ma alle tief einatmen und dann wie sonnen Schluck Wasser inna Kurve ausatmen bisse die Hände anne Füße kriechst…(Gesang drängt sich wieder hinein, diesmal penetranter) EIERMANN!!Klingelingeling….Wenn ihr euch jetzt fragt: What the fuck schreibt Sandra denn da? Ist sie dem sprachlichen Dadaismus verfallen? Mitnichten. Aber ich darf euch willkommen heißen: Nämlich in meinem Kopf, denn so spricht mein Verstand. Deiner übrigens auch. Wir alle denken in Fragmenten, manchmal ausformulierten Sätzen, Bildern und manchmal auch in Songs. Im englischen gibt es dazu den schönen Begriff Mentalese. Mentalese ist gleichzeitig auch die zweite Ebene des Wortes im Tantra, MadhyamāVāk. MadhyamāVākist die Ebene der Gedanken, des internen Diskurses (bei mir früher vor allem des Monologes. Endlos. Hände hoch, wer das auch kennt). Diese zweite Ebene formt, was wir letztendlich sprechen und ist selbst begründet in unseren Glaubenssätzen und -konstrukten, Vikalpas. Vikalpas sind Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um uns die Welt zu erklären. Auf dieser zweiten Ebene agiert das Ego genauso wie die Kontemplation, das Verurteilen ebenso wie die Imagination. Im Tantra versucht daher ganz bewusst auf MadhyamāVākEbene zu praktizieren, mit Visualisierungen, Arbeit mit Gottheiten, die als ein Aspekt des großen Ganzen gesehen werden, Meditation und kreativer Kontemplation. Quasi „Asanas für den Verstand“ um bewusst zu sehen, dass unsere Wahrnehmung eben nicht die ultimative Realität ist und wir Möglichkeiten haben, unser Bewusstseins zu expandieren. Spannend, oder? Wenn du mehr über Tantraphilosophie erfahren und vorab auch noch mit Asana Praxis deinen (Energie)-Körper kräftigen möchtest, bist du herzlich willkommen am 9.12. zum Tantra Special im Damn Good Yoga oder im April 2019 zu meinen Tantraphilosophie und Yogaspecials im Yogaloft Stuttgart oder im Athayoga Zürich. Love, Sandra

Speak up – die erste Ebene des Wortes im Tantra

Im Tantra, insbesondere in der Trika-Linie, existiert ein linguistischer Mystizysmus. Okay, ich gebe zu, bei diesem ersten Satz schlafen einem die Füße ein. Ich fang noch mal an: Im Tantra sind Worte nicht einfach nur Laute, die wir ausstoßen, sondern göttliche Schwingungen, Energien, die unsere Realität formen und in der Doktrin der vier Ebenen des Wortes, Vak, beschrieben sind. Hört sich schon spannender an, oder? Es kommt noch besser: Jeder von uns ist göttlich und die Praxis ist es, das Geheimnis hinter allem Materiellen zu entdecken, sich zu öffnen für die vollkommene Realität. Denn wenn ich es mal ganz pragmatisch ausdrücken darf: Unsere Sprache funktioniert in Sachen Realität wie ein Instagram-Filter. Sie beschreibt wie wir die Realität wahrnehmen, diese Beschreibung resultiert aus unseren Gedanken, die Gedanken aus den tiefliegenden Gedankenkonstrukten, unseren Vikalpas. Dabei pressen wir durch Worte die Realität in praktische Kästchen und Förmchen, wir katalogisieren und analysieren. Im Tantra ist unsere tägliche Sprache Vaikhari Vak, die erste Ebene des Wortes. Unsere Sprache ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel uns zu zeigen, wie wir die Welt sehen und welche Annahmen dahinter liegen. Welche Konstrukte hast du dir zur Realität gebaut, welchen Filter hast du gewählt? Das schließt auch die Beziehungen zu deinen Mitmenschen ein: Worte sind Handlungen, welche Handlungen führst du verbal gegenüber anderen Menschen aus? Und was drückst du damit aus? Achte doch einmal die nächsten Tage bewusst auf deine Sprache. Notiere dir Lieblingsworte, prägnante Sätze. Versuche bewusst in der verbindensten Art und Weise mit Mitmenschen zu sprechen. Ich garantiere dir, es wird für dich ganz viele Aha-Momente geben. Love 💗, Sandra P.S.: Wer Lust hat auf Tantraphilosophie, Techniken (ne, nicht die mit ineinanderstecken) und Asana: Am 9.12. im Damn Good Yoga Hamburg gibt es wieder ein Tantra Special mit mir. Und wer tiefer einsteigen möchte: In der 300er Ausbildung von Stephanie Schönberger im 8sam Yoga darf ich die Teilnehmer weiter in die Geheimnisse des Tantras einführen und auch erläutern, wie du Tantra in deinen Unterricht einfließen lassen kannst. Love, Sandra

Open, soft, in Trust – über die Kunst der Hingabe

Du stößt mich immer weg!“, sagt der gutaussehende Mann und rutscht an die Bettkante. Verständnislos gucke ich ihn an: „Häh? Ich stoße dich doch nicht weg!“ Etwas pikiert schaut er mir in die Augen: „Doch, immer wenn wir Sex haben ist es, als ob du mich nicht durchlässt. Wie ein Widerstoß.“ Ich wusste damals nicht, wovon dieser hübsche Mann sprach, immerhin hatten wir doch gerade eben erst erfolgreich im Bett herumgeturnt. Damals war ich noch deutlich jünger und meine Verbindung zu meiner Weiblichkeit, die Aufarbeitung meiner Traumata – alles noch in weiter Ferne. Erst heute habe ich verstanden, was er damals meinte. Ich hatte bis vor kurzem keinerlei Verbindung zu meinem Schoß, mein Uterus verkrampfte innerlich in der Tiefe, wenn etwas oder jemand in mich eindrang. Durch das feine Praktizieren im Homonyoga durfte ich lernen, was es heißt sich wahrhaft mit meiner Weiblichkeit zu verbinden. Durch energetische Übungen, Visualisierungen und beherzte Hands-on Übungen überwand ich für mich das „vaginale Lord Voldemort Syndrom“ (die, dessen Name nicht genannt werden darf). Erst jetzt weiß ich, wie das überhaupt geht: Dieses komplette sich Hingeben beim Sex, ohne Angst vor Verletzung. Es ist ein bedingungsloses Verschenken an dich, deinen Partner und an die Lust, ein spiritueller Moment, in dem du pure, energetische Weiblichkeit bist. Dazu entspanne ich mich vollkommen beim Eindringen und lasse bewusst den Beckenboden los. Ich stelle mir vor, wie ich innerlich ganz weich und offen werde und bin bereit vollkommen zu empfangen. So Sex zu haben ist wundervoll und ich möchte euch wunderschönen Frauen da draußen alle ermutigen es zu probieren. Aber bitte mit einem Partner, dem ihr am Herzen liegt und vice-versa, denn so ein intimer Moment bedarf Vertrauen und auch die Bereitschaft des Partners (oder Partnerin), verantwortungsvoll die Führung zu übernehmen. Für alle die Lust haben, mit Hormonyoga den ersten Schritt zur Verbindung mit ihrem Frausein zu tun: Im Januar gibt es ein Wochenenend-Workshop in Berlin, bei dem ich euch alle Grundlagen beibringe und nach dem ihr selbstständig alleine weiter üben könnt  (siehe Events mit Sandra). Blossom up, my beautiful Ladies! 🌸Love, Sandra💗

Words can kill your vibe – Über die Kraft des Wortes

Moin, moin ihr Lieben. Ich muss euch gestehen: Ich bin eine Wort-Connaisseurin. Ich liebe Sprache, liebe es Worte miteinander zu verweben, bis sie Sätze wie einen wundervollen Wandteppich ergeben. Sprache sprudelt aus mir heraus, ich kann mich versenken in das Schreiben und auch das Reden macht mit Freude. Das kann ganz, ganz toll sein, aber – es kann auch deinen Vibe killen. Als Springbrunnen für Worte fällt es mir manchmal schwer, mich kurz zu fassen. Letztens fragte mich mein Lehrer Christopher Wallis etwa, welche Audiodatei ich nicht herunterladen konnte. Ein Satz, eine Frage. Meine Antwort: Oh der Mantra Workshop, und Mantras sind so wichtig, was für eine Erkenntnis, dass sie im Tantra Wesenheiten wie Engel sind, bliblablub. War das wichtig für Christopher? Nein. Warum schrieb ich nicht “I did not receive the Mantra workshop, thanks for your effort” und spare meine Energie? Denn Worte und Sprache sind Energie und wenn wir zu viel reden, dimmt das unser Mojo. Noch perfider: Wenn mich früher ein Typ anschrieb, den ich gut fand, etwa mit „Hi, wie geht’s?“ Dann kam von mir ein endloser Sermon zurück. Sollte daraufhin dennoch eine Kommunikation zustande gekommen sein, passierte folgendes: Wenn ich jetzt ganz ehrlich bin und ja, das ist ein bisschen peinlich, habe ich versucht mittels dem was ich schreibe, im Empfänger Bilder zu erzeugen. Ich schrieb also vom Thaiboxen, Yoga und Surfen (dahinter liegende Botschaft: gefährlich, sexy Surfchick, kann sich verbiegen wie eine Brezel) und von meinen zahlreichen Tattoos, die man tatsächlich nur sieht, wenn ich nackig bin (dahinter liegende Botschaft: stell dich mir nackt vor! Ich möchte, dass du mich begehrst). Botschaften, die mit meinem eigentlichen Wunsch, eine liebevolle Beziehung zu führen, nichts zu tun hatten, aber sehr wohl etwas mit meinem tiefliegenden Vikalpas: Meinen Gedankenkonstrukten. Wie sich Gedankenkonstrukte auf unsere Sprache wirken und wie Worte unsere Realität formen, möchte ich mit euch in den nächsten kommenden Posts zu Vak, den vier Ebenen des Wortes im Tantra erläutern. Es wird spannend!  Love, Sandra 💗

Femine Awakening und Yoni Sakti – über Schwangerschaft, Hormonyoga, Traumata und Freude

Vor etwas über ein Jahr bin ich etwas losgeworden, was mich zuvor 27 Jahre lang begleitet hat: Die Pille. Vorrausgegangen war ein wochenlanger Widerwillen, der erst ganz leise begann und dann jeden Tag kontinuierlich wuchs. Bis ich es nicht mehr ignorieren konnte: mein Körper wand sich und mir war körperlich schlecht, wenn ich die kleine, runde Tablette einwerfen sollte. Ich entschied mich damals, auch mit eurer Unterstützung, gegen die Hormone. Ich war es leid meinen Körper etwas vorzugaukeln und mit der Entdeckung meines Fundamentes, mit meiner wachsenden Integrität und Selbstliebe im besten Sinne, hörte ich von einem Tag auf den anderen auf.

Ich konnte nicht einmal den Blister zu Ende nehmen. Natürlich hatte ich Ängste: Ich wollte nicht schwanger werden, hatte – ganz eitel – Angst vor Haarausfall, Pickel. All das ist übrigens passiert. Aber die größte Angst war, meinen Zyklus erst nicht zu bekommen. Deshalb nahm ich Privatunterricht im Hormonyoga bei Claudia Turske. Ich habe schon vor dem Pilleabsetzen begonnen und war begeistert von der feinen Praxis, mich immer etwas high machte. Mein Zyklus stellte sich sofort nach 27 Tagen ein und immer wenn ich eine regelmäßige HoYo-Praxis habe, ist er punktgenau. Ich bin aber auch faul oder eher: Wenn ich nicht leide und HoYo etwas ist, dass ich zusätzlich zu meinem vollen Terminkalender unterbekommen muss, dann lasse ich es schleifen.  Und deshalb kamen Pickel und Haarausfall dazu. Sobald ich jedoch wieder eine Zeitlang regelmäßig praktizierte: Hello, rosige Haut, und goodbye Haarausfall.

 

Meet my monster

Da ich nicht schwanger werden wollte und ich gerade erst zum zweiten Male frisch mit meinem Freund zusammen war, entschloss ich mich die Pille abzusetzen und mir eine Kupferkette einsetzen zu lassen. Was dann passierte – damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin völlig auf dem Stuhl zusammengebrochen, als dieses Stahlteil meine Vagina aufspreizte und die Gynäkologin mit der Pipette die Schleimhäute desinfizierte. Ich hatte einen solchen Panikanfall wie noch nie im Leben, fühlte mich ausgeliefert, voller Schmerz und bin einfach völlig zusammengeklappt. Mir wurde hier klar, dass ich immer noch ein Trauma in meiner wunderschönen Ladylandscape trage, in meinen Uterus, in meiner Vagina. Woher das rührt, möchte ich nicht ausführen, aber ich denke, jeder kann es sich vorstellen. Wer dazu mit mir in Kontakt treten möchte, schreibt mir einfach eine PN.

 

New Beginnings

Für mich war klar, dass ich mich hier niemals wieder verletzen lassen würde. Hormonyoga schaffte eine Verbindung zu meinem Weiblichsten in mir, zu meiner Muschi, den Eierstöcken, der Vagina, den Uterus, all die wunderschönen Parts in und an mir. Die energetische Arbeit mit dem Becken und Womb Yoga, Yoni Mudras, Yoni Sakti hilft und half mir zu heilen. Hormonyoga faszinierte mich so sehr, dass ich am Anfang dieses Jahres sogar eine Ausbildung machte. Und was soll ich sagen: Direkt danach wurde ich schwanger. Tatsächlich haben wir nur ein einziges Mal nicht aufgepasst und sofort bildete sich neues, gemeinsam erschaffenes Leben in mir. Das neue Leben wollte jedoch ein Sternchen sein und verließ uns nur acht Wochen später. Ich denke immer noch in großer Dankbarkeit und Liebe an diese kurze Zeit der Schwangerschaft zurück. Ich habe es geliebt schwanger zu sein, morgens für mein Krümelchen zu singen, den Hosenknopf aufzulassen, weil ich irgendwie sofort so richtig schwanger war, mit pralleren Brüsten und Bauch. Hormonyoga half mir in der Zeit danach, die aus dem Ruder gelaufenen Hormone wieder zu harmonisieren. Aber natürlich: kurz danach ließ ich es wieder schleifen und Haarausfall Pickel, ständige Gewichtszunahme und co. statteten mir einen Besuch ab.

 

Im jetzt

Und jetzt? Ich baue HoYo regelmäßig in meine Praxis ein. Ich bin wahnsinnig mit meinem Zyklus verbunden. Wie ich jemals dachte, nicht bemerken zu können, wann meine fruchtbaren Tage sind, bringt mich heute zum Lachen. Ich habe einen so klassischen Zyklus! Bis zum Eisprung blühe ich auf, ich habe wahnsinnig Lust auf Sex, am Eisprung kulminiert dies: ich leuchte und ich könnte – ich sage es mal so direkt – den ganzen Tag vögeln. Kurz danach bin sexuell sehr viel weniger aktiv, deutlich inwärts gerichtet, besonnener, klarer.

Mich fasziniert der weibliche Zyklus und welche Kräfte er mit sich bringt. Ich schätze die feine Art des Hormonyogas, das mich bei PMS auch sofort gutgelaunt werden lässt, ich liebe die verbindende, energetische Arbeit mit meinem Becken.

Um es Zusammenzufassen: ich habe mittlerweile eine Liebesbeziehung mit meiner Muschi. Ich habe ihr sogar einen Liebesriefe geschrieben, sie gezeichnet, vor und nach dem Orgasmus, ich bin, sorry, das kann ich mir nicht verkneifen, tief eingetaucht. Dabei habe ich die Kreativität, die weibliche Kraft und das unendliche Potenzial von Liebe entdeckt, dass in uns allen schlummert.

 

Aus all diesen Erlebnissen ist ein neues Baby geschaffen worden: mein Hormonyoga-Workshop „Feminine Awakening“. In diesem teile ich meine Geschichte, praktiziere mit euch Hormonyoga und energetische Übung in einem geschützten Raum. Jede Teilnehmerin ist danach in der Lage vollkommen frei und selbstständig zu praktizieren. Wir werden dabei nicht nackt sein oder ähnliches, auch wenn ich für alle Interessierte Übungen für zuhause mitgebe, die auch in Richtung sexuelle Erforschung gehen. Also meine schönen Göttinnen: Seid ihr bereit in eurer Weiblichkeit zu erwachen?

Der Workshop Feminine Awakening findet in Berlin im Januar 2019 statt: https://www.lillawuttich.de/anatomie/workshops/#feminine-awakening

 

Sweetest Joy of Fading – Meditationen rund um das Verklingen

in Kooperation mit https://soulzen.de (Werbung)

„Faded“ – wenn ich das englische Wort für verklingen höre, denke ich mittlerweile nicht mehr als erstes an Kendrick Lamars Song „Swimming Pool „(„Pour up, drank, head shot, drank Sit down, drank, stand up, drank Pass out, drank, wake up, drank Faded, drank, faded, drank.“), sondern als waschechter Tantraphilosophie-Nerd an den Quelltext „Svabodhodaya-mañjarī – Blossoming of Awareness“. In den Sutren des Textes geht es häufig darum, den Nachhall, das Verklingen zu erforschen: Eines Donnerhalls, eines Geschmacks, etc. Den Fokus darauf zu legen, wie sich etwas auflöst, bringt eine unglaubliche Ruhe und kann ganz wunderbar immer wieder in den Alltag eingebaut werden. Selbst bei meinen langen Waldspaziergängen meditiere ich mittlerweile: ich versuche ganz bewusst wahrzunehmen, was ich sehe, den ersten Moment, bevor ich kategorisiere und beobachte dann, wie Dinge, Geräusche langsam wieder aus meinem Bewusstsein verschwinden. Das liebe ich so sehr an Tantra: Die Praxis findet nicht abgeschirmt statt, sondern kann mitten im Leben an gewandt werden.

Zuhause liebe ich derzeit eine Form der Klangmeditation und benutze dazu am liebsten meine Klangschale, die mir netterweise vom Online-Shop https://soulzen.dezur Verfügung gestellt wurde (Werbung, da Produktsample). Ich mag den Shop sehr: clean, schlicht, schick und wirklich schöne Dinge rund um den spirituellen Lifestyle, Yoga und Meditation finden sich dort. Spirituell, aber ohne Esogedöns.

Die Klangschale  mit Schlägel wurde mir für die Meditation zugesandt und ich muss sagen: Das Meditieren auf den Klang mit einer wirklich dafür gemachten Klangschale übertraf meine Erwartungen. Dieses superfeine Nachhallen und Nachklingen, diese unendlich lange Vibration, die kaum hörbar nachschwingt,.. hier zu beoachten, wo im Körper der Klang bei mir resoniert und zu beobachten wie er nachhallt, wie er ausklingt, wie er sich auflöst – das bringt mich sofort zur Ruhe und zu einer ganz direkten Wahrnehmung des jetzigen Momentes. Ich habe daher mit meinem lieben Freund und Fotografen Sebastian Schmidt () ein kleines, feines, kurzes Meditationsvideo gemacht, um dieses schöne Erlebnis mit euch zu teilen. Ich bin schon so gespannt auf euer Feedback!

Love, eure Sandra P.S.: Wer danach Lust hat, selbst mit Klangschale zu meditieren oder einfach nur so einmal bei https://soulzen.de zu stöbern, bekommt mit dem Code SoulZenxSandra  15 Prozent Rabatt.

 

 

Über Elvis Presley, dolle Sprünge und den Muskel des Glaubens: Wie du besser mit Kritik umgehen kannst

Ich gucke gerade raus in meinen Garten. Es ist 21 Uhr 47. Die Rehe grasen am Zaun und das Licht ist so unwirklich orangefarben, wie es nur im Sommer auf dem Land nach einem Regen und im Sonnenuntergang ausschauen kann. Gerade eben habe ich noch einen Netflix-Film geschaut, in dem die Außenseiterin plötzlich in die coole Clique aufgenommen wurde, aber sich dabei selbst verlor. Natürlich wurde sie am Ende wieder zu dem netten Mädchen in einer 2.0-Version und mit dem heißesten Typen der High School an ihrer Seite. Als ich kleiner war, habe ich mir so eine Transformation auch so sehr gewünscht. Ich weiß noch, wie ich mich zu einem Elvis Presley Film hübsch machte. Mir die Haare ganz sorgfältig kämmte, die Brille ganz ordentlich putzte, Labello auftrug und mir vorstellte – Elvis und ich, wir würden beste Freunde und das Leben hätte irgendwie mehr Halt, mehr Freude. Die hatte ich nämlich nicht, die Freunde  (den Halt auch nicht) und ich wollte so gern irgendwo richtig dazugehören.

 

„Guck mal wie toll ich springen kann“

Tja, und das dazugehören wollen, das zog sich dann irgendwie durch mein Leben. Bis ich mir selbst ein Fundament gebaut habe und dachte, ich bin komplett frei und unabhängig vom Lob und der Bestätigung und zwar in allen Bereichen. Ich hatte zum Beispiel Anfang des Jahres einen total schönen Termin mit Luisa Hartmann, die mir sagte „deine Aufgabe ist es, dich in die eigene Größe zu trauen und dich zu zeigen.“ Ich lächelte milde und weise sagte: „Ja, das mache ich schon, das habe ich gut geschafft.“ Denkste! Das galt für Beziehungen, aussehen, aber nicht für meinen Herznesweg: Yoga zu teilen und zu schreiben. In den letzten Wochen bin ich mehrfach mit der Nase darauf gestoßen worden, mich unabhängig zu machen und an mich und meinen Herzensweg zu glauben  – nämlich auch dann, wenn andere es nicht tun. Ich durfte feststellen, dass mir immer noch bei manchen Personen ihre Meinung überaus wichtig war und ich eher etwas von „Guck mal wie toll ich springen kann, Mama!“ habe, als eine souveräne, gestandene 41-Jährige zu sein, die – nebenbei bemerkt –  eine ziemlich erfolgreiche innere Dämonenbesiegerin ist. Ich suchte klammheimlich immer noch nach Erlaubnis oder das Lob von Respektspersonen und wenn das ausblieb oder sigar Gegenwind kam, war ich enttäuscht.

 

Lüften wir die Schleier: Was liegt hinter dem Wunsch nach Lob?

Aber warum habe ich das gemacht? Mittels einer sehr schönen Technik, zu der es bald ein YouTube Video gibt, bin ich auf den Grund des Gefühls gegangen. Ich habe erkannt, dass es die stark verwurzelte Urkraft der Stammeszugehörigkeit ist, die mich so angetrieben hat. Ich wollte von Respektspersonen und Lehrern geschätzt werden und sie sollen es toll finden, was ich mache, das ist der innere Wunsch dahinter. Und hinter diesem Wunsch? Lüften wir noch einmal einen weiteren Schleier und erkennen: Ich konnte auf meinen Herzensweg, dem Yoga und dem Schreiben, immer noch nicht immer zu 100 Prozent an mich glauben, sonst hätte ich kein außen gebraucht. Wohlgemerkt: Konnte, Vergangenheit. Du, ich – wir brauchen keine Erlaubnis, um unseren Weg zu gehen, unser Dharma zu leben, genau das in die Welt zu tragen, was unser unstillbares Verlangen ist. Denn das ist es, was das Leben durch uns in die Welt tragen möchte.

 

Kritik ist wie ein Squat für den Muskel des Glaubens an dich

Also änderte ich meine Wahrnehmung auf Kritik oder fehlendes Lob. Jede Kritik kann uns stärken. Sie kann uns stärken, dass wir annehmen können, wenn sie berechtigt ist oder auch nur ein Funke Wahrheit drin steckt, und sie hilft uns authentischer leben zu können. Es ist daher wirklich wichtig, immer ehrlich zu sein und genau darüber nachzudenken, was du davon annehmen kannst – und was nicht passt.

Denn das Wichtigste ist: bleibe bei dir. Wenn es etwas ist, was dir sehr am Herzen liegt, lass es dir nicht kaputt machen. Du brauchst keine Erlaubnis oder Beifall, das zu tun, woran du glaubst! Und dann ist jede Kritik quasi wie ein Squat für den Muskel des Glaubens an dich selbst ist und jeder unangenehmen Konfrontation beinhaltet die Chance für Wachstum, um noch heller zu strahlen. Denn wenn ich eins durch die letzten Wochen gelernt habe dann das: Manchmal braucht es die größten Kritiker an deinem Tun, um deinen Glauben an dich selbst zu festigen und dein Tun noch reiner werden zu lassen. Diesen Glauben nicht zu verlieren, gleichzeitig offen dafür zu sein, was wir in die Welt tragen dürfen und sich jeden Tag zu fragen: „Was kann ich in die Welt bringen? Was darf durch mich ausgedrückt werden? Wie kann ich voller Vertrauen aus dem Herzen leben? Wie kann ich dienen?“ Wenn wir so leben, leben wir wahrhaftig aus dem Herzen heraus, dann beginnen wir unsere Wahrheit zu leben und unser Glauben an uns, und an das was wir tun, wird stark wie ein Fels.

 

Ich glaube an Euch, Lovelies. 💖 Eure Sandra

Would the real true Sandra please stand up?

Ich mag Annas. Alle Annas die ich bislang getroffen habe, waren großartige, warmherzige Menschen, die aus vollem Herzen geben, leben und lieben. Bei Nadines hingegen bin ich vorsichtig, denn von zwei Nadines bin ich schon in die Pfanne gehauen worden. Warum ich das schreibe? Und was es mit dem Titel zu tun hat? Nun: beide Vorbehalte sind das, was in der tantrischen Philosophie Saṃskārasgenannt werden.  Saṃskāras sind unterbewusste Eindrücke, die sich bei uns festgesetzt haben. Wann immer wir also Aversionen oder Sympathien verspüren, sind diese meist in Saṃskāras, Erfahrungen, die wir gemacht haben und die wir positiv oder negativ besetzt haben, begründet.

 

Jeder von uns trägt Eindrücke mit sich herum

Jeder von uns trägt also ein richtigen Sack voll Saṃskāras mit sich herum und je nach Tiefe des Erlebnisses, sind auch die Saṃskāras  stark oder weniger stark ausgeprägt. Nun sind Saṃskāras per se nicht schlechtes. Wir benötigen eine unterbewusste Roadmap um uns im Leben zurechtzufinden. Stellt Euch vor unsere Vorfahren wären immer wieder mit großem Hallo und Freude auf einen Säbelzahntiger zugelaufen: richtig, das wäre nicht gut ausgegangen. Also doch alles roger mit den unterbewussten Eindrücken?

 

Wie begegne ich Situationen und anderen Menschen?

Nicht ganz, denn sie halten uns davon ab, die Realität unvoreingenommen zu erleben. Beispielsweise bei meinen Annas und Nadines: Begegne ich ihnen unvoreingenommen, mit meinem reinen, waren Selbst, ohne jegliche Vorbehalte oder Erwartungen, wie sie zu sein haben? Leider nein. Meine Saṃskāras halten mich davon ab, eine echte Verbindung aufzubauen, die auf Grund dem, was ist, entsteht. Die gute Nachricht ist: Das können wir ändern. Es gibt in der tantrischen Philosophie mehrere Methoden Saṃskāras aufzulösen:

  1. Wir sitzen in Stille und schauen uns einfach an, was hochkommen möchte. Christopher Wallis empfiehlt dazu „True Meditation“ von Ādyashānti.
  2. Kritisches Hinterfragen seiner selbst und seinen Handlungen, Achtung: ohne sich dafür fertigzumachen wie man reagiert. WICHTIG! Am besten mit einer anderen Person, die ebenfalls spirituell bewandert ist
  3. Meine Lieblingstechnik: Mein Lehrer Christopher Wallis sagt so schön „Loslassen ist nicht das, was wir mit Gefühlen und Eindrücken wollen, sie sind Energie. Warum sollten wir Energie gehen lassen?“ Ich kann dem nur zustimmen, zumal ich ein starkes Saṃskāra in Bezug auf den Begriff „Lass los“ in Yogastunden habe. Mich macht es dann immer ein Tick aggressiv, da es ohne weiteres in die Top Ten der Yogaunterrichtsphrasen schaffen würde. Gucken wir uns also einmal meine Wut an: was mache ich jetzt damit? Ich setze mich still hin und fühle sie. Bin völlig präsent und meiner Wut bewusst. Beobachte. Schau an, was dahinter liegt. In diesem Fall eine Mischung aus Wissensdurst, lass los ist mir zu unspezifisch (was denn loslassen?) und Überheblichkeit, denn für viele ist das „Lass los“ genau das was sie brauchen und es geht nicht nur um mich. Dann öffne ich mein Herz für die Wut. Hole sie ganz nah ran zu mir, so nah, ich kann. Und noch ein bisschen näher. Transformiere sie, verdaue sie, halte sie präsent. Halte die Energie der Wut in meinem Herzen. Um dann Hintertürchen meines Herzens zu öffnen, um die Wut zu entlassen.

 

Falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, das einmal auszuprobieren: Die beste Zeit, seine Saṃskāras anzuschauen ist für mich am frühen Abend. Dann kannst du schauen: Was hast du heute noch nicht genug gefeiert? Was hat dich geärgert? Was hat dich heute besonders getriggert. Wenn wir dies häufig genug praktizieren, schaffen wir es immer besser, liebevoll völlig präsent zu sein in dem was ist und mit dem was ist, ohne Vorbehalte. Dann reagieren wir aus unserem wahren Sein heraus und können echte Verbindungen schaffen. Und dafür sagt man sich doch gern: Would the real in me please stand up?

 

 

 

 

 

 

 

Sweet Child of Mine – Wenn wir loslassen müssen

Es gibt Momente, da setzt das Herz kurz aus zu schlagen. Es gibt keine Zeit mehr, kein oben und unten. Alles steht still. Ein kurzer Moment der Ewigkeit und des unendlichen Glücks. Etwa wenn zwei Striche, anstatt einem erscheinen. Und noch deutlicher: Wenn dort 1-2 Wochen steht. Und dann rauscht die Zeit wie ein D-Zug heran und mit ihm die volle Ladung Panik: Werde ich das schaffen? Sind wir als Paar gefestigt genug? Bekommen wir das finanziell hin? Um dann, wenn man seinen Mann gesprochen hat, wieder in unbändige Freude zu verfallen: denn aus zwei Ichs wird in diesem Moment eine Familie geboren. Ich weiss, ich werde diesen Text erst später posten. Denn das „wir“ ist geblieben, aber etwas haben wir verloren: unser Baby.

 

Vor einiger Zeit:

Wir hatten uns so sehr gefreut. Überhaupt nicht geplant, bin ich direkt beim allerersten Mal als es möglich war, schwanger geworden. Von dem unglaublichsten, liebevollsten Mann den ich mir vorstellen kann. Der mir jetzt in dem Moment über die Schulter schaut und an dessen Schulter ich mich ausweine. Der ein fantastischer Daddy wäre und hoffentlich auch wird.
Die Freude die aufsteigt, wenn in einem so eine kleine Krabbe heranwächst, ist unglaublich. Ich habe mich vorher schon so erfüllt von Liebe gefühlt und mich schon gewundert, woher auf einmal dieses andauernde „natural high“ kommt. Die Freude potenziert sich, wenn man sie mit seinem geliebten Partner teilt. Wir haben Pläne geschmiedet und ich als “Doer“ bin direkt in die Aktion gegangen: Workshops verschoben, Retreats abgesagt – für alles wäre es Zeit gewesen Werbemittel zu drucken und ich wollte fair sein. Und ganz ehrlich: ich wollte es auch in die ganze Welt herausschreien vor Glück. Mit hüpfendem Herzen bestellte ich uns Bücher, shoppte Femibion und co., machte einen Geburtsvorbereitungskurs und eine Hebamme klar. Ich praktizierte nur noch ganz sanft, sagte auch Yogastunden ab, weil ich mich ausruhen musste und sang mit Liebe Mantren für unseren kleinen Krümel. Und nachdem mir meine Frauenärztin bestätigte, dass alles gut und ordnungsgemäß entwickelt ist, versendete ich auch das erste Ultraschall Bild an Freunde.

 

Die Magie der Kreation

Es ist unglaublich, wie frau sich verändert, wenn sie schwanger ist. Ich bemerkte die Veränderungen sofort. Die Weichheit, die Liebe in einem, der Glow, der einen von innen heraus erleuchtet. Die Magie der Kreation wirkt und webt sich durch dich. Es ist ein so besonderer Moment im Leben einer Frau: In dir wächst dein Baby. Ihr habt gemeinsam etwas geschaffen, dass nun wächst, du erschaffst ein neues Leben. Ich spürte den süßen Fratz ganz deutlich. Das leichte Ziehen im Unterbauch. Die Brüste, die irgendwie praller und runder aussahen. Ich wusste auch, dass die Seele noch nicht eingezogen, aber deutlich mit mir verbunden war. Ich war auf einmal bleiern müde, musste um 21 Uhr ins Bett, um dann ganz frühmorgens mit dem Vogelgezwitscher aufzuwachen. So oft es ging, nahm ich Rosenöl in die Hand und strich es sanft über den winzigen Babybauch und die spannenden Brüste. Voller Liebe und Freude vergoss ich dabei schon ein paar Tränchen.

 

Die Panik, die Angst, das Loslassen

Denn kurz nach dem Versand des Ultraschallbildes, tatsächlich nur drei Tage danach fing ich frühmorgens an zu bluten. Ich bekam Panik und ich wusste, es passiert etwas in mir. Ich fühlte mich auch nicht mehr schwanger. Es gab einen Moment, da wusste ich innerlich deutlich, dass unser Baby ein Sternenkind geworden ist. Ein Kreis mit ca. 30cm Durchmesser schwebte rechts oberhalb des Kopfes meines Freundes. Und in mir sagte es: Da ist unser Baby um sich zu verabschieden. Die Ratio verbot mir den Gedanken. Im Eiltempo ging es zum Arzt. Dann das unendliche Warten. Die Zeit, die sich dehnt wie ein Kaugummi. Noch mehr Messungen, Blutabnahme und dann: Warten. Warten, ob sich dein Schwangerschaftshormon weiterhin gesteigert hat. Stunden des Bangens und der eigentlich schon inneren Gewissheit: Es ist gegangen, auch wenn du dich verzweifelt an ein bisschen Hoffnung festklammert. Diese wurde bei mir mit einem Anruf zunichte gemacht. Nüchtern legte mir die Vertretungsärztin dar, dass mein Hormonwert von 130 am Dienstag auf 17 am Freitag gesunken ist. Ich hätte definitiv einen frühen Abort, ich sollte jetzt Schwimmbäder etc. meiden und der Rest ging unter in dem Rauschen in meinem Ohr.

Wenn so etwas passiert, kann es dich hinfort reißen in der Trauer. Sie umspült dich wie ein Tsunami und haut dich um, reißt alles wild mit sich. In diesen Stunden war der unglaubliche Mann an meiner Seite ein Fels, dabei war er selbst von Traurigkeit übermannt. Er ließ mich weinen, hielt mich fest, ließ mich sein.
Abschied

Es gibt diese Momente im Leben. Momente, in denen man erschafft und kreiert. Und Momente in denen man geschehen lassen muss. Dich, unser geliebtes Sternchenkind, musste ich heute gehen lassen und es gibt nichts, was ich, was wir dagegen tun können.

Sei gewiss, dass die kurze Zeit in der wir verbunden waren, wir dich geliebt haben, über alles. Unsere kleine Rosenblüte, du hast uns noch näher zusammengeschweißt, hast uns gezeigt, was Liebe möglich macht, und dass aus zwei Individuen Eltern werden können. Wir sind dir so dankbar, dass du uns sechs Wochen mit deiner Anwesenheit beglückt hast. Wir haben dich so lieb, du kleine Krabbe. Wir hoffen, dass du bei deinen nächsten Eltern als wundervolle Seele ihnen ebenso viel Freude schenkst, wie du uns in den sechs Wochen Freude geschenkt hast. Und nicht nur Freude. Sondern auch Liebe, Hoffnung, Glauben, und das Wissen, das man doch irgendwie alles möglich machen kann. Du hast uns ein neues Fundament gegeben. Unser geliebtes Krümelchen, mögest du dein Licht auf dieser Welt oder wo auch immer scheinen. Und sei gewiss: Möchtest du zurückkommen, werden wir hier sein. In Liebe. In Freude. Unser süßes Baby, mögest du von den Sternen funkeln und ums uns leuchten. Wir werden immer an dich denken, wenn unser Blick ins Firmament wandert.

Denn du, mein Kind, bist von uns geliebt. In Ewigkeit.