Advent, Advent, wenn der Yogi entbrennt: Die Top 3 Survival Tipps zu Weihnachten – House of Grace
Weihnachten Stress Tipps Sandra von Zabiensky Yoga Tantra
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Advent, Advent, wenn der Yogi entbrennt: Die Top 3 Survival Tipps zu Weihnachten

Auch dieses Jahr darf ich wieder Teil des famosen Yogablogger-Adventskalender sein, den Melanie vom https://www.ganzwunderbar.com Blog ins Leben gerufen hat. So viele tolle Kolleginnen haben schon vor mir ein Türchen aufgemacht und ihre ganz persönlichen Geheimtipps rund um Weihnachten, das Fest der Liebe, verraten. Moment! Fest der Liebe? Denkste! Gerade zu Weihnachten entfacht unter dem Tannenbaum Streit unter den Familien und nix ist mit stille Nacht. Statistisch gesehen häuft sich sogar die Anzahl der Trennungen rund um die Feiertage. Good news: Das wird dir nicht passieren. Denn Yoga und die tantrische Philosophie hat auch hier etwas für dich in petto, so dass die Glocken nie heller klingen werden, als dieses Weihnachten. Nein, nicht diese Glocken. Und nein, nicht das Neo-Tantra-Sex-Dingens, sondern the real shit, die jahrhundertealte indische Philosophie. Genug geplappert: hier meine drei knallharten Survival Tipps für die herausforderndsten Weihnachtssituationen.

 

  1. Du bekommst das hässlichste Präsent der Welt geschenkt

Meins war mit so viel Liebe ausgesucht, dass ich total gerührt war und mir Tränen in den Augen standen.

Zum Glück, denn optisch gesehen, hatte es den gleichen Effekt wie die Medusa: Man erstarrte wie Stein beim bloßen Anblick und konnte kaum fassen, wie sowas von Menschenhand erschaffen werden konnte.

In einer kleinen Amethyst-Höhle tändelten extravagant designte, bronzene Delphine miteinander, verspielt in den Wellen tobend. Einträchtig flipperten sie über das angedeutete Meer unter dem Amethysten. Was für eine, hm, Skulptur. Das Licht brach sich in dem funkelnden Edelstein und mir wurde schummerig im Magen. Überschwänglich bedankte ich mich bei der Mutter meines damaligen Freundes. Wohin die Delphine entschwunden sind, weiß ich heute nicht mehr (ehrlich!), aber ich kann euch sagen, was ihr tun könnt, wenn Rokoko-Porzellanfigürchen,  Lurexpolyesterpullunder oder selbstbemalte Seidenkrawatten unter dem Geschenkpapier warten und du atemlos um Fassung ringst, weil sich ob dieses Anblicks alles nach innen stülpt.

Die Lösung:

Erst einmal kurz beruhigen. Atme nur durch das linke Nasenloch ein und aus. Stell dir vor, wie silberhelles Mondlicht beim Einatmen in dich einströmt und dich klar, konzentriert und ruhig wie ein See in einer windstillen Nacht beim Ausatmen zurücklässt. Dann umarme die Geschenkübergeber so herzlich wie vielleicht noch nie im Leben. Lächle dabei. Denn alles und jeder ist im Tantra göttlich, auch Porzellan Rokokotänzer oder springende Delphine in einem Amethysten. Außerdem ist alles eins und alles was existiert, existiert in dem großen Unfassbaren, was manche Gott oder Göttin nennen. Es entsteht daraus und geht auch wieder darin auf. Es spricht also nichts dagegen, wenn du das Aufgehen und Auflösen des Geschenkes nach Weihnachten etwas beschleunigst, in anderer Form ist es ja immer noch da. Und wenn Tante Gerda nächstes Weihnachten nach dem Geschenk fragt, kannst du sagen: „Es war so schön, es hat mir das Göttliche in Allem bewusst gemacht. Danke.“ Wetten, dass sie mit so einer Hammer Antwort nicht rechnet?

 

  1. Deine Familie startet mit nervigen Fragen und/oder dem persönlichen Abgesang auf dich.

„Also, ich sach mal, Enkelkinder sind schon wat Schönes.“ (….aber kein Druck auf euch…) „Und wollt ihr zwei denn nicht auch noch heiraten und es fest machen?“ (gar nicht gut, so wild zusammenzuleben, nachher heiratest du nie. Was soll denn da die Hildegard denken?…)

„Also Kind, ich hätte mir so gewünscht, dass da ein Mann ist, damit du nicht soooo alleine bist. Du bist doch auch schon 40. Und geschieden!“ (….aka für dich isset gelaufen….)

„Natürlich ist es okay, wenn ihr bei den Schwiegereltern feiert. Papa und ich werden dann einfach vollkommen allein zuhause sitzen, alle anderen feiern ja mit ihren Kindern. Aber vielleicht macht ja der Jauch was Schönes im Fernsehen“ (…wir werden hier einfach vor Einsamkeit und mit gebrochenen Herzen sterben, aber sorge dich nicht…)„Wenn du dich so kleidest/aussiehst/benimmst/egalwastust, wird das nie was mit dir“ (…WAS WIRD BLOSS DIE HILDEGARD DENKEN…)

Wer kennt sie nicht: Die nervigen Fragen der gleichermaßen geliebten wie impertinenten Verwandtschaft, die nett verpackten Anklagen und die spitzen Bemerkungen. Was sonst nur über den Küchentisch in deiner Abwesenheit über dich getratscht wird, bekommst du an den Festtagen heiß und frisch serviert. Anstatt aber den Oscar für die beste schauspielerische Leistung eines explodierenden Schnellkochtopfs einzuheimsen, kannst du dieses Jahr geschickt kontern. Nämlich so.

Die Lösung:

In der Philosophie gibt es die verschiedenen Ebenen des Wortes, Vak. Alles Gesprochene entsteht aus unseren Gedanken, Mustern, Gedankenkonstrukten sowie unseren Emotionen dazu. Und diese zauberhaften Personen haben ganz offensichtlich andere Gedankenkonstrukte als du. Das ist alles! Innerlich wünschen sie sich meist etwas ganz Tolles: Dass du glücklich bist. Nur definieren sie Glück anders als du. Spannendes Experiment: Anstatt abzubügeln, schau dir den Fragesteller genau an und frage ihn oder sie: „Warum?“. Was wäre, wenn Enkelkinder da wären, du verheiratet bist, einen Partner hast, die Eltern allein sind – wäre es glücklicher, einfacher, weniger traurig? Im besten Falle entspannt sich eine tiefgründige Unterhaltung. Im zweitbesten Falle sorgt es für sprachlose Irritierung und du kannst dich wieder dem Raclette zuwenden.

 

 

  1. Du dämmerst über die langweiligen Tischgespräche langsam hinweg.

Die selbstgemachten Kartoffelklöße sind wie Mehlsteine. Äh, Mühlsteine. Zenterschwere Mühlsteine, die dich hinabziehen, tiefer und tiefer. Mit letzter Kraft schaufelst du den Rest Rotkohl in dich hinein. Das Geplapper rechts und links neben dir ist belanglos. Es lullt dich ein, rauschend. Hm. Wie summende Bienchen, Wellenrauschen, ach ja, Wellenrauschen…KLONG!

Mit Schmackes berührt deine Stirn deinen Teller mit dem Rest Soße und verpasst deinem Gesicht ein eigenwilliges Countouring.

Du bist tatsächlich eingeknickt.

Die Lösung:

Wenn es dazu kommt, herzhaft mitlachen. Bevor es dazu kommt, rate ich dir zu einer tantrischen Meditation. Und ja, die machst du mit offenen Augen. Doll, oder? Zunächst einmal atmest du tief ein und aus, bis du dich wieder einigermaßen zuhause im Körper fühlst. Und dann versuche, alles wahrzunehmen: Wie der Geschmack des Essens langsam verklingt. Siehst alles, was deinen Blick kreuzt, ohne es zu fokussieren. Nimmst die Gerüche war, die gesprochenen Worte. Spürst die Textur deiner Kleidung. Alle Eindrücke sind gleichermaßen in dir da. Wie Schneeflocken, die sanft auf eine dicke Schneeschicht fallen, fallen die Sinneseindrücke in dich hinein. Wetten du wirst danach wahnsinnig ruhig und entspannt?

 

So, Ihr Lieben. Ihr frag euch jetzt vermutlich, was das Ganze mit dem brennenden Yogi aus der Headline zu tun hat. Ich verrate es euch. Ich durfte diesen Monat eine geheime Technik aus dem Kapitel 29 des Tantra Loka mit meinem Lehrer Christopher Wallis praktizieren und nur so viel: ich stand in Flammen. Das Ganze war die heiligste, großartigste Erfahrung und hat mich tief beeindruckt. In dem Moment, als mein Körper sich auflöste, bin ich in diesem faszinierenden Tanz der Partikel aufgegangen, nicht mehr körperlich anwesend, aber doch da. Und diese Base, diesen beobachten Part in uns, der nicht beobachtet werden kann, rund um diesen Grund des Seins entwickelt sich Leben im ewigen Spiel von Auflösung und Erschaffung, neugierig, spielerisch, liebevoll erkundend, egal in welchen Situationen. Auch in herausfordernden Feiertagssituationen. Und um zu diesem Ort des Ursprungs, aus dem sich alles entfaltet, zu gelangen, benötigt es manchmal nur ein Gedanken, ein Atemzug, einen Moment der Pause zwischen den Atemzügen. In diesem Sinne wünsche ich euch besinnliche, stille und wundervolle Weihnachten.

 

 

 

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